Die Fanszenen des deutschen Fußballs, darunter das Bündnis Südtribüne Dortmund, haben am 20. August 2026 die Abschaffung des Video Assistant Referee (VAR) gefordert. Wir schließen uns dieser Forderung an. Wir tun das als Abteilung unseres Vereins – vor allem aber als das, was wir zuerst und immer sind: Fans von Borussia Dortmund.
Denn dieses Spiel ist für uns keine Verwaltungsfrage. Es ist die eine Sekunde, in der der Ball im Netz zappelt und tausende Menschen dasselbe fühlen. Diese Sekunde ist uns genommen worden. Wir haben uns angewöhnt, nicht mehr sofort zu jubeln. Erst der Blick zur Anzeigetafel und zum Schiri, dann die Freude – wenn sie überhaupt noch kommt. Wer den Fußball liebt, muss das ablehnen.
Der Videoassistent wurde 2017 eingeführt, um klare und offensichtliche Fehlentscheidungen zu korrigieren. Versprochen war eine Notbremse. Geworden ist daraus eine ständige zweite Instanz: Der Katalog der überprüfbaren Situationen ist zu dieser Saison erneut erweitert worden – ausgerechnet zu dem Zeitpunkt, an dem die UEFA ankündigt, Eingriffe wieder auf klare Fehler zu begrenzen. Und während inzwischen 21 Körperpunkte je Spieler vermessen werden, sind die Diskussionen über Schiedsrichterentscheidungen nicht weniger geworden, sondern mehr. Sie haben nur den Ort gewechselt.
Wir bestreiten nicht, dass klare Fehler korrigiert werden, dass die Abseitserkennung präziser ist und dass die Durchsagen im Stadion ein Fortschritt sind. Aber der Preis dafür ist zu hoch. Fußball war nie fehlerfrei und er muss es auch nicht sein. Die Ungerechtigkeit, über die man vierzig Jahre später noch streitet, gehört zu diesem Spiel wie der Jubel, der keine Genehmigung braucht.
Wir fordern in diesem Zuge die Abschaffung des Video Assistant Referee im deutschen Fußball und, dass über die Zukunft dieses Spiels nicht länger ohne die entschieden wird, die es Woche für Woche mit Leben füllen.
Wir wissen, dass diese Entscheidungen auf Verbandsebene fallen und nicht in Dortmund. Wir vertrauen aber darauf, dass alle, die ihre Vereine in den Verbänden vertreten, wissen, wofür die Fankurven unseres Landes stehen – und dass sie Fanszenen im Rücken haben, die sich in dieser Frage einig sind. Mit dem FC Augsburg hat jetzt auch erstmals ein Bundesligaclub die Einführung des VAR als Fehler bezeichnet und spricht sich für ein Ende statt weiterer Verschlimmbesserungen aus.
Wir wollen keinen perfekten Fußball. Wir wollen den, der uns fasziniert. Gebt uns den Moment zurück.
BVB Fan- und Förderabteilung
Der Vorstand
21.08.2026