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16. 7. 1926: Heinrich Kwiatkowski geboren
Der „Kwiat,“ wie er liebevoll von seinen Fans genannt wurde, war ein Klassekeeper, der sowohl auf der Linie als auch in der Strafraumbeherrschung brillierte.
Deshalb kann es auch nicht verwundern, dass er 1954 von Sepp Herberger als einer der drei Torhüter für die WM in der Schweiz nominiert wurde. „Fußballgott“ Toni Turek war die Nr. 1, um den Platz dahinter bewarben sich Kwiatkowski und Heinz Kubsch aus Pirmasens.
Deutschland startete mit einem sicheren 4:1-Sieg gegen die Türkei in das WM-Turnier. Anschließend waren am 20. 6. 1954 in Basel die Ungarn der Gegner, die Übermannschaft der frühen 1950er Jahre. Das „unschlagbare“ Team mit Puskas, Hidegkuti, Kocsic, Czibor und Bozsik, Olympiasieger 1952, sensationeller Bezwinger Englands 1953 in Wembley und seit Jahren unbesiegt.
Bundestrainer Sepp Herberger trat zu diesem Match mit einer B-Elf an. Im Tor stand Heinrich Kwiatkowski.
Die Ungarn spielten groß auf und ließen der deutschen Ersatzformation nicht den Hauch einer Chance. 8:3 hieß es am Ende für die Magyaren. Der wackere „Kwiat“ konnte einem nur leid tun. Er hechtete, fing, faustete - alles vergebens! Aber Terbergers Taktik ging auf. Nach Siegen über die Türkei (Wiederhungsspiel), Jugoslawien und Österreich stand die DFB-Elf am 4. 7. 1954 im Endspiel gegen Ungarn und wurde durch einen legendären 3:2-Sieg Fußball-Weltmeister.
Und durch seinen Einsatz gegen die Ungarn avancierte Heinrich Kwiatkowski zum ersten Weltmeister des BVB in seiner Vereinsgeschichte.
Auch vier Jahre später nahm er in Schweden an der WM teil. Gemeinsam mit Aki Schmidt und Fred Kelbassa stand er in der DFB-Elf, die Frankreich im Spiel um Platz drei unterlag.
Heinrich Kwiatkowski wurde am 16. 7. 1926 in Gelsenkirchen geboren. Seine ersten Schritte als Torwart absolvierte er bei Westfalia Schalke. Danach ging er 1947 zum FC Schalke 04. Ernst Kuzorra hatte ihn empfohlen. Nach einer weiteren Zwischenstation bei Rot-Weiß Essen kam „Kwiat“ 1952 zum BVB.
Hier genoss der neue Zerberus rasch die Sympathien des Publikums und das Vertrauen von Trainer „Bumbas“ Schmidt sowie dessen Nachfolger Helmut Schneider. Unvergesslich ist seine überragende Leistung im Europapokalspiel 1956 gegen Manchester United, in dem er – im grünen Sweater seines Torwartkollegen Bernd Trautmann von ManCity spielend - mit schier unglaublichen Glanzparaden zum „Helden von Manchester“ wurde.
Nach dem Karriereende von Ady Preißler wurde „Kwiat“ dessen Nachfolger als BVB-Kapitän. Als solcher führte er seine Mannen zum Endspiel 1961 auf das Feld, das der BVB unglücklich gegen Nürnberg verlor. In der Endrunde 1963 stand er auch noch im Tor seiner Schwarz-Gelben. Im Finale allerdings musste er Bernhard Wessel, dem Reaktionswunder unter den BVB-Torhütern, den Vortritt lassen.
Heinrich Kwiatkowski, Borussias erster Weltmeister, der in der Hausmannstraße in der südlichen Innenstadt wohnte und bei den Dortmunder Stadtwerken im Fotolabor arbeitete, war überall sehr beliebt. Geradezu mit Engelsgeduld erfüllte er jeden Autogrammwunsch und ist allen, die ihm begegneten, als untadeliger Sportsmann und einer der ganz großen Torhüter der BVB-Historie in bester Erinnerung.
Heute vor 100 Jahren erblickte Heinrich Kwiatkowski das Licht der Welt. Ein Grund mehr, wieder einmal an ihn zu erinnern.
Ein Text der AG-Tradition der BVB Fan- und Förderabteilung in Zusammenarbeit mit dem BORUSSEUM.