{"subCategory":{"multiLine":false,"dataType":"string","name":"subCategory","title":"Departments","multiValue":true,"value":"News","exportedType":"text/plain"},"dataLayer":{"editable-71d1f57e4a":{"dc:description":"<p>Hunderttausende säumten am 6. 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Auf der B 54, der \u201cTraumstraße\u201d, stiegen die Sieger von Glasgow in offene Autos um. Damit begann ein unvergesslicher Autokorso. Der Weg ging über den Borsigplatz, der mehrfach umrundet wurde, und den Wallring bis zum Neuen Markt.<\/p>\n<p>Besonders gefeiert wurden die beiden Torschützen Siggi Held und Stan Libuda, aber auch alle anderen Akteure standen mehrfach im Zentrum frenetischer Ovationen. Oberbürgermeister Dietrich Keuning hieß die siegreichen Recken, BVB-Präsident Willi Steegmann und Trainer Willi \u201cFischken\u201d Multhaup willkommen.<\/p>\n<p><img src=\"/content/dam/fanabteilung/de/news/foerderabteilung/2026/05/05/1966/1.jpg\" data-assetref=\"1-1777974482145\"><\/p>\n<p>In das Spiel am Tag zuvor im Hampden Park zu Glasgow gingen die Schwarz-Gelben als krasser Außenseiter. Zu überlegen schienen die englischen Profis vom FC Liverpool, der Beatles-Stadt. Doch die Borussen entpuppten sich als taktisch klug eingestellt, gallig und effektiv im Zweikampf. Aus einer geschlossenen Elf ragten Kurrat, Assauer, Sturm, Paul und Tilkowski als ruhende Pole heraus.<\/p>\n<p>Das 1:0 von Siggi Held (62.) mit herrlichem Schuss nach Vorarbeit von Emmerich glich Liverpool sieben Minuten später aus: Linksaußen Thompson angelte sich den Ball (wahrscheinlich) hinter der Grundlinie, Flanke, Roger Hunt verwandelte eiskalt. In der 109. Minute fällt eines der kuriosesten Tore der Europacupgeschichte: Held geht steil durch, schießt Keeper Lawrence an. Der Abpraller kommt zu Libuda, dessen Bogenlampe aus 25 Metern geht an die Latte. Mittelläufer Yeats kriegt den Ball an die Brust \u2013 Tor.<\/p>\n<p> <\/p>\n<p>Als Kapitän Wolfgang Paul aus den Händen des Schweizer UEFA-Präsidenten Gustav Wiederkehr die Siegestrophäe entgegen nimmt, singen die etwa 2.000 mitgereisten BVB-Fans: \u201cSo ein Tag, so wunderschön wie heute\u201d! Ein großariger Augenblick!<\/p>\n<p><img src=\"/content/dam/fanabteilung/de/news/foerderabteilung/2026/05/05/1966/12.jpg\" data-assetref=\"12-1777975005818\"><\/p>\n<p>Der BVB-Vorstand hatte offenbar nicht damit gerechnet, dass seine Mannschaft gewinnen könnte. Nur so ist es zu verstehen, dass keine Siegesfeier geplant war. Das war blamabel. Die Spieler improvisierten, plünderten die Küche und die Hotelbar und kamen so doch noch zu ihrer verdienten Fete.<\/p>\n<p><img src=\"/content/dam/fanabteilung/de/news/foerderabteilung/2026/05/05/1966/7.jpg\" data-assetref=\"7-1777975293211\"><\/p>\n<p><b><u>Die Helden von Glasgow<\/u><\/b><\/p>\n<p><b><u>Hans Tilkowski: Weltklasse zwischen den Torpfosten<\/u><\/b><\/p>\n<p>Hans Tilkowski (12. 7. 1935) hielt Anfang Oktober 1965 einen eindrucksvollen \u201cGoldenen Fußball\u201d in seinen Händen. Soeben war er als \u201cFußballer des Jahres 1965\u201d ausgezeichnet worden. Die deutschen Sportjournalisten wählten mit ihm den ersten Torhüter überhaupt. 39.000 Besucher in der Kampfbahn \u201cRote Erde\u201d waren Zeugen des Ereignisses. Der Präsident des DFB, Dr. Hermann Gösmann, war ebenso erschienen wie Bundestrainer Helmut Schön. Gerade Schön hielt es für seine Pflicht, seinem Nationalkeeper in verdienter Anerkennung die Hand zu drücken, war der \u201cTil\u201d doch für ihn eine feste Größe für die Weltmeisterschaft 1966 in England.<\/p>\n<p>Hans Tilkowski stammte aus Dortmund-Husen und war über Kaiserau und Westfalia Herne 1963 zu Beginn der Bundesliga zum BVB gekommen. <\/p>\n<p>Am 4. Dezember 1963 stand er in der legendären BVB-Elf, die im \u201cgrößten BVB-Spiel aller Zeiten\u201d Benfica Lissabon, das Team von Eusebio und Coluna, mit 5:0 bezwang. Ab 1964 hütete er auch wieder das Tor der Nationalelf, aus dem ihn Herberger zur WM 1962 in Chile \u201cverbannt\u201d hatte.<\/p>\n<p>Die Karriere Tilkowskis fand ihren Höhepunkt 1966. Sein BVB wurde Europapokalsieger und Deutschland mit ihm im Tor Vize-Weltmeister. Als Rekordtorhüter des DFB mit 39 Länderspielen beendete er 1967 im Stadion Rote Erde seine eindrucksvolle Nationalmannschafts-Karriere.<\/p>\n<p>Schon zu seiner aktiven Zeit als Fußballer begann Hans Tilkowski, sich für Menschen in Not einzusetzen. Für sein außergewöhnliches Engagement wurde er u. a. mit dem Verdienstorden des Landes NRW und dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse ausgezeichnet.<\/p>\n<p><b><u>Gerd Cyliax: Supersprinter, Superspieler<\/u><\/b><\/p>\n<p>\u201cVerteidiger kauft man nicht, Verteiger macht man sich!\u201d Einer, der diese \u201cFußball-Weisheit\u201d eindrucksvoll bestätigt, ist Gerd Cyliax (23. 8. 1934 -17. 5. 2008). Seine Karriere begann beim TBV Mengede, setzte sich über Westfalia Herne und Preußen Münster fort und führte ihn 1959 in die Dortmunder Heimat zum BVB zurück. Er lief die 100 Meter unter 11 Sekunden und ist damit ist einer der Schnellsten, die jemals beim BVB gekickt haben. Immerhin gehörte er sogar zum erweiterten Kreis für die Sprintstaffel des DLV! Seine unglaubliche Geschwindigkeit entfaltete Cyliax besonders prägnant als Außenstürmer auf dem linken Flügel. Man erinnere sich nur an die BVB-Endspiele 1961 und 1963. Danach begann seine Karriere als rechter Außenverteidiger. Diese Position hatte er 1965 beim ersten BVB-Pokalsieg und 1966 beim unvergesslichen Europapokalsieg inne. Er war also ein beidfüßig agierender Kicker von großer Klasse. Als Verteidiger kannte er natürlich alle Tricks und Schliche seiner Kontrahenten und ließ sich kaum ein X für ein U vormachen. Leider hat Cyliax nie den Dress der Nationalmannschaft überstreifen dürfen. Mit der Deutschen Meisterschaft 1963, dem DFB-Pokal 1965 und dem Europapokal 1966 machte er unabhängig davon eine außergewöhnliche Vereins-Karriere. Gerd Cyliax, der stets unaufdringlich im Hintergrund blieb, hatte erstaunliche Entertainer-Qualitäten. Mit dem Akkordeon ging er virtuos um und erfreute in späteren Jahren manch gemütliches Beisammensein mit seinen alten Freunden aus Dortmund-Mengede.<\/p>\n<p><b><u>Theo Redder: Hart und kompromislos<\/u><\/b><\/p>\n<p>Das besondere Markenzeichen des Verteidigers Theo Redder (19. 11. 1941) war sein unerbittliches Tackling, das er mit atemberaubender Konsequenz praktizierte. Damit war er der Prototyp des unangenehmen Gegenspielers. Callaghan, Liverpools Flügelflitzer im Endspiel zu Glasgow, kann davon ein Liedchen singen. Zum BVB stieß der gelernte Bäcker, der aus Werl stammt, in der Saison 1962/63. Borussias Trainer Hermann Eppenhoff formte den talentierten Außenverteiger zu einem Akteur von internationalem Format. Der Deutsche Meister 1963, DFB-Pokalsieger 1965 und Europacupsieger 1966 gehört auch zu den legendären Benfica-Helden. Theo Redder wurde von Bundestrainer Helmut Schön leider nur ein Mal \u2013 gegen Finnland - in die Deutsche Nationalmannschaft berufen. Gemeinsam mit seinen BVB-Kollegen Tilkowski, Schmidt, Konietzka und Sturm stand er in jener Elf, die die Skandinavier 1964 mit 4:0 besiegte. Nach seiner aktiven Zeit \u2013 er musste seine Karriere beim BVB schon mit 28 Jahren beenden - kümmerte sich Redder über viele Jahre hinweg liebevoll um die Traditionsmannschaft des BVB. Der langjährige persönliche Freund Hoppy Kurrats ist heute stellvertretender Vorsitzender des BVB-Ältestenrates.<\/p>\n<p><b><u>Dieter \u201cHoppy\u201d Kurrat: Der Terrier<\/u><\/b><\/p>\n<p>Für eine große Nationalmannschaftskarriere war Dieter \u201cHoppy\u201d Kurrat (15. 5. 1942) leider ein paar Zentimeter zu klein. Auf dem Spielfeld hingegen wuchs der Junge vom Borsigplatz zu einem Abwehrriesen, der sich mit leidenschaftlicher Konsequenz um seine Gegenspieler kümmerte. Der \u201cHoppy\u201d, wie ihn alle Welt nur nannte, war ein leuchtendes Aushängeschild der BVB-Nachwuchsarbeit. Auf den begabten Jung-Kicker wurde auch der DFB schnell aufmerksam und berief ihn in die Jugend-Nationalmannschaft. Beim BVB folgte schon mit 18Jahren der Sprung in die 1. Mannschaft. Soeben war er mit der A-Jugend noch Westfalenmeister geworden, schon schaffte er nahtlos den Sprung in die erste Mannschaft. Das erste Oberligaspiel bestritt er am 9. Oktober 1960 gegen Hamborn 07. Im Endspiel um die \u201cDeutsche\u201d 1961, das der BVB gegen den 1. FC Nürnberg verlor, schnupperte er erstmals die Luft eines großen Finales. Es sollten weitere folgen! Der kleine Terrier mit dem großen Kämpferherzen wurde Deutscher Meister 1963, DFB-Pokalsieger 1965 und Europacupsieger 1966. Im Endspiel 1963 gegen den 1. FC Köln brachte er mit seinem überraschenden 1:0 in der 21. Minute den BVB auf die Siegerstraße. Alle waren erstaunt, denn das Toreschießen gehörte eigentlich nicht zu seiner \u201cKernkompetenz\u201d. In den großen Europacupspielen hatte es Kurrat zumeist mit den gegnerischen Spielmachern zu tun. So war Eusebio sein Gegner im Hinspiel 1963 in Lissabon, so setzte er sich mit Luis Suarez in den Partien gegen Inter Mailand auseinander. Suarez trat dem kleinen Mann vom Borsigplatz in der 18. Minute so brutal in den Unterleib, dass es nur die Konsequenz \u201cPlatzverweis\u201d geben konnte. Ein bestochener Schiri namens Tesasic allerdings hatte im Gegensatz zu den Millionen an den Bildschirmen nichts gesehen.<\/p>\n<p>Nach seiner aktiven Karriere stand Hoppy Kurrat dem BVB als Trainer zur Verfügung. Da die Borussen nach ihrem Abstieg 1972 finanziell ziemlich klamm waren, verzichtete er generös auf sein Trainergehalt. Später wechselte er als Spielertrainer zum SV Holzwickede, mit dem er 1976 Deutscher Amateurmeister wurde.<\/p>\n<p><b><u>Wolfgang Paul: Karriere als \u201cStopper Paul\u201d<\/u><\/b><\/p>\n<p>Die BVB-Fans nannten den Uhrmachermeister Wolfgang Paul (25. 1. 1949) aus Bigge-Olsberg, der 1961 über den VfL Schwerte zum BVB stieß, wegen seiner eindrucksvollen Physis den \u201cArdeyhirsch\u201d. Immerhin war er 1,86 Meter groß und mächtig von Gestalt. Bei Kopfbällen und in Zweikämpfen brachte er seine körperlichen Vorzüge mit wuchtigen Aktionen bestens zur Geltung. Hart, aber fair! Das waren die signifikanten Attribute des Sauerländers, der in seiner Fußballer-Karriere kein einziges Mal vom Platz flog.<\/p>\n<p>Wolfgang Paul reifte beim BVB rasch zu einer Führungspersönlichkeit und wurde zu Beginn der Saison 1965/66 folgerichtig der Nachfolger von Aki Schmidt als Mannschaftskapitän der Schwarz-Gelben. In der Abwehrschlacht zu Glasgow konnten sich seine Mannen nicht nur auf ihren \u201cStopper Paul\u201d verlassen, sondern sich auch an seinem kämpferischen Beispiel orientieren und aufrichten. Die englischen Medien flochten dem Hünen regelrechte Kränze der Verehrung.<\/p>\n<p>Paul gehörte 1966 auch zum Aufgebot des DFB für die WM in England. Anders als Tilkowski, Held und Emmerich kam der untadelige Sportsmann allerdings zu keinem WM-Einsatz. Den Dress der Nationalmannschaft durfte sich der heutige Vorsitzende des BVB-Ältestenrates nur einmal, und das in einem inoffiziellen WM-Vorbereitungsspiel, überstreifen.<\/p>\n<p><b><u>Rudi Assauer: Der schöne Rudi<\/u><\/b><\/p>\n<p>\u201cAls wir am 5. Mai 1966 in den Hampden Park zum Endspiel gegen Liverpool einliefen, hatte ich ziemlich die Hosen voll. Das hat der Aki, der direkt hinter mir stand, offensichtlich gemerkt. Seine Bemerkung: \u201cWenn Du heute Eierkes machst, dann bekommst Du einen Tritt in den A..., den Du nicht vergessen wirst\u201d, habe ich das ganze Spiel über nicht vergessen. Deshalb unterlief mir in den 120 Minuten auch so gut wie kein Fehler!\u201d Mit einem leichten Schmunzeln hat Rudi Assauer (30. 4. 1944) dieses Bonmot anlässlich eines Termins zur Vorbereitung der WM 2006 in Iserlohn erzählt, als er von einem Besucher auf das Europacupendspiel 1966 angesprochen wurde.<\/p>\n<p>Der blendend aussehende gebürtige Sauerländer Assauer, der 1964 über die SpVgg Herten zum BVB kam, blieb den Schwarz-Gelben bis 1970 verbunden. Danach wechselte der technisch versierte linke Außenläufer zu Werder Bremen, wo er seine Karriere als Fußballer auch beendete. Es folgte eine eindrucksvolle Zeit als Werder-Manager und später als mächtiger Mann des FC Schalke 04. Aber wo Rudi Assauer auch immer engagiert war, stets blieb er Mitglied beim BVB, mit dem er den größten Erfolg seiner Fußballerlaufbahn errungen hat.<\/p>\n<p>Leider ist der zeitlebens vitale und lebensbejahende Rudi Assauer seit einigen Jahren schwer erkrankt und lebt heute völlig zurückgezogen. Sein alter Freund und Weggefährte Werner Hansch ist einer der Wenigen, die noch Zugang zu ihm haben. In Dortmund hat man Assauer zuletzt 2010 anlässlich der Premiere der Produktion \u201cLeuchte auf, mein Stern Borussia\u201d im Dortmunder Schauspielhaus gesehen, das er mit großer Freude erlebte.<\/p>\n<p><b><u>Reinhard \u201cStan\u201d Libuda: Flügelflitzer von Weltklasse<\/u><\/b><\/p>\n<p>Wenn es bei Reinhard \u201cStan\u201d Libuda \u201c (10. 10. 1943 \u2013 25. 8. 1996) \u201clief\u201d, dann brauchte er weltweit auf der Position des Rechtsaußen keinen Vergleich zu scheuen. Antrittsschnell, ein großartiger Dribbler \u2013 Libuda war ein Flügelflitzer, der jeden Gegenspieler zur Verzweiflung bringen konnte. Und seine Gegenspieler hatten es in aller Regel in sich: Kurbjuhn vom HSV, Bene aus Stuttgart, Piontek und Höttges von Werder Bremen gehörten dazu. Alles Kaliber, die einen schon das Fürchten lehren konnten. Aber der Mann aus Gelsenkirchen, der erst 1965/66 zum BVB stieß, ließ sie in Serie mit seinem berühmten Matthews-Trick schlecht aussehen. Gemeinsam mit Siggi Held und Lothar Emmerich bildete er ein Sturmtrio von internationalem Format.<\/p>\n<p>Als Libuda 1965 zum BVB wechselte, wurde die verbale Gangart unter der Fans heftiger. Die unschöne Bezeichnung \u201cVerräter\u201d hielt Einzug in das Vokabular. Beim BVB blieb der Stan bis 1968. Dann wechselte er zurück zu seinem Stammverein, dem er im Herzen immer die Treue gehalten hatte.<\/p>\n<p>In Glasgow lief es zunächst nicht so gut für ihn. Dann wurde er aber als Schütze des goldenen Tores über alle Maßen gefeiert.<\/p>\n<p>In der Nationalmannschaft machte Libuda ebenfalls eine sehr respektable Karriere mit seinen 26 Länderspielen. Hier feierte er seinen größten Erfolg wohl mit dem Siegtreffer gegen Schottland in der WM-Qualifikation für 1970, mit dem er das Tor nach Mexico für die DFB-Formation öffnete. Die WM selber beendete er mit seinem Team auf einem großartigen dritten Rang.<\/p>\n<p>Leider gehörte Libuda auch zu der Schalker Mannschaft, die Anfang der 1970er Jahre in den unseligen Bestechungsskandal verwickelt war. Unter diesem Fehltritt hat der prominenteste Grenzgänger zwischen dem BVB und Schalke 04 praktisch bis zu seinem frühen Tod gelitten.<\/p>\n<p><b><u> \u201eAki\u201c Schmidt: Meister der Regie<\/u><\/b><\/p>\n<p>Das jugendliche Bürschen, das sich im Juli 1956 zu seinem ersten BVB-Training bei Trainer Helmut Schneider anmeldete, war gerade einmal 20 Jahre alt und stammte aus Berghofen. Sein Name: Alfred Schmidt, den seit Jahrzehnten jeder nur \u201eAki\u201c nennt.<\/p>\n<p>Der erste Verein des Schüler- und Jugendkickers war die SpVggBerghofen. Seit er 1946 allerdings den BVB in einem Spiel gegen Witten im Hoeschpark gesehen hatte, schlug sein Herz für die Borussen. Bei diesem Club wollte er einmal spielen.<\/p>\n<p>1956 also war es soweit. BVB-Trainer Helmut Schneider erkannte Schmidts großes Talent als Mittelfeldstratege und setzte ihn in der ersten Mannschaft ein.<\/p>\n<p>Im September 56, im dritten Qualifikationsspiel des BVB für die Hauptrunde des Europapokals der Landesmeister gegen Spora Luxemburg, bestand er seine erste internationale Bewährungsprobe. Sepp Herberger wurde auf ihn aufmerksam und machte ihn bereits im Frühjahr 1957 in der Partie Holland \u2013 Deutschland zum Nationalspieler. Als Dank für das große Vertrauen des Bundestrainers schoss der Debütant dann auch gleich \u201esein\u201c Premierentor. Das war ein gelungener Einstand!<\/p>\n<p>Aki Schmidts Erfolge als Spieler sind eindrucksvoll: Deutscher Vizemeister 1961, Deutscher Meister 1963, Benfica-Held, DFB-Pokalsieger 1965, Europapokalsieger 1966. Der großartige Mittelfeldstratege bildete zunächst mit Jürgen Schütz und Timo Konietzka und danach mit Siggi Held und Lothar Emmerich gefürchtete Sturmtrios.<\/p>\n<p>Selbst die tollste Karriere erfährt da und dort Rückschläge. Das gilt auch für unseren Aki. Obwohl bereits Nationalspieler, fand er keine Berücksichtigung beim Endspiel um die Deutsche Fußball-Meisterschaft 1957 gegen den HSV, das BVB-Trainer Schneider mit der identischen Aufstellung bestreiten wollte wie im Jahr zuvor, um etwas Einmaliges zu schaffen.<\/p>\n<p>In der Nationalmannschaft wurde Schmidt von 1956 bis 1964 in 25 Länderspielen eingesetzt, war 1958 WM-Teilnehmer in Schweden und danach der erste Kapitän der Nationalelf aus dem \u201eHause\u201c BVB.<\/p>\n<p>1966/67 besuchte Aki Schmidt mit Erfolg die Sporthochschule Köln und machte dort die Lizenz als Fußballlehrer. Seine Trainerstationen wurden Jahn Regensburg, Kickers Offenbach, Preußen Münster und der FK Pirmasens. Der Deutsche Pokalsieg 1970 mit dem Zweitligisten Kickers Offenbach ist die besondere \u201eDuftmarke\u201c seiner Trainertätigkeit.<\/p>\n<p>Der lebensbejahende Aki Schmidt ist ein begnadeter Entertainer. Im Mai 2011 kreierte er das Lied \u201eRubbeldiekatz am Borsigplatz\u201c, das praktisch der BVB-Song der Deutschen Meisterschaft 2011 wurde. Der Begriff \u201eRubbeldiekatz\u201c war sogar in der näheren Auswahl für das \u201eJugendwort 2011\u201c.<\/p>\n<p>Dass Aki Schmidt mit seinen jetzt 80 Lenzen dem BVB durch seine Tätigkeit im Ältestenrat noch treu verbunden ist, kann bei dieser Vita niemanden verwundern. <\/p>\n<p><b><u>Siegfried \u201eSiggi\u201c Held: Schnell und torgefährlich<\/u><\/b><\/p>\n<p>Über den SV Marktheidenfeld und die Offenbacher Kickers kam Siegfried \u201eSiggi\u201c Held (geb. am 7. 8. 1942), der blonde Supersprinter unter den damaligen Fußballern, zu Beginn der Saison 1965/66 zum BVB. Der neue Trainer Willi \u201eFischken\u201c Multhaup, von Werder Bremen zum BVB gewechselt, hatte den pfeilschnellen Kicker schon auf seiner Wunschliste, bevor er den Vertrag mit den Borussen unterzeichnete. Siggi Held machte eine außergewöhnliche Blitzkarriere, die ihn rasch in die Nationalmannschaft führte. Sein erstes Länderspiel datiert vom 23. 2. 1966 gegen England. Neben seinen Auftritten in der Bundesliga nutzte er die internationalen Begegnungen des BVB im Europacup der Pokalsieger, um sich Bundestrainer Helmut Schön zu empfehlen. Gemeinsam mit Lothar Emmerich bildete er das international beachtete und gefürchtete Duo \u201eThe terrible Twins\u201c. Held spielte nominell Mittelstürmer beim BVB, brach allerdings häufig auf den von ihm bevorzugten linken Flügel aus, um seine rasanten Sprints ansetzen zu können. Sein kongenialer Partner \u201eEmma\u201c Emmerich rochierte dann in die Mitte und wartete auf die gefährlichen Pässe und Flanken seines fußballerischen Zwillings.<\/p>\n<p>Im legendären Europacup-Endspiel 1966 war Held an beiden BVB-Toren beteiligt. Das 1:0 erzielte er höchstpersönlich, den Siegtreffer zum 2:1 bereitete er mit einem schneidigen Solo in Richtung Liverpooler Tor vor.<\/p>\n<p>Es war nicht verwunderlich, dass Helmut Schön Siegfried Held auch mit zur WM nach England mitnahm. Im Eröffnungsspiel gegen die Schweiz erzielte er das erste WM-Tor der deutschen Mannschaft in diesem Turnier. Held wurde Stammspieler bei der WM und spielte in allen Partien bis zum Finale entweder Linksaußen oder Halblinks. Seine zweite WM erlebte er 1970 in Mexico. 1971 verließ Siegfried Held den BVB und schloss sich erneut den Offenbachern an. Nach dem Bundesligaaufstieg des BVB kam Held, von dem Trainer Otto Rehhagel eine Menge hielt, als Libero zurück zu den Schwarz-Gelben. Nach der aktiven Laufbahn war er als Trainer mit mehreren nationalen und internationalen Verpflichtungen erfolgreich. Gegenwärtig ist Siggi Held im Ältestenrat und als Fan-Betreuer weiterhin für den BVB tätig.<\/p>\n<p><b><u>Willi Sturm: \u201cMister Zuverlässig\u201d<\/u><\/b><\/p>\n<p>Der Wattenscheider Vorortverein Union Günnigfeld hat zwei Fußballer mit dem Vornamen \u201cWilli\u201d hervorgebracht, die zu Rang und Namen kamen und als Referenzadresse herhalten: Willi Schulz (FC Schalke und HSV), der als World Cup-Willi 1966 zu Ehren kam, und \u201cMister Zuverlässig\u201d Willi Sturm (8. 2. 1940 \u2013 5. 11. 1996), der mit dem BVB als Deutscher Meister, DFB-Pokalsieger und Europacupsieger großartige Erfolge feierte.<\/p>\n<p>Sturm, ein Mann mit Pferdelunge, konnte praktisch alle Positionen im Mittelfeld mit gleichbleibend hoher Qualität ausfüllen. Angenehm zurückhaltend und unaufdringlich im Wesen, war der Mann mit der schon früh hohen Stirn prädestiniert für die Übernahme von Spezialaufgaben. Sein großes Spielverständnis machte ihn zum idealen Partner für seine Mannschaftskameraden. Dabei war ihm kein Weg zu weit und keine Aufgabe zu unangenehm. Leider hat auch er nur ein einziges Mal in der Nationalelf \u2013 1964 gegen Finnland - auflaufen dürfen.<\/p>\n<p>Im Dress des BVB spielte Willi Sturm ein Jahrzehnt von 1961 bis 1971. Dabei kam er zu 53 Oberliga- und 186 Bundesligaseinsätzen. Darüber hinaus absolvierte er 22 Europapokalspiele für seine Schwarz-Gelben.<\/p>\n<p><b><u>Lothar Emmerich: Der Mann mit den \u201elinken Klebe\u201c<\/u><\/b><\/p>\n<p>Lothar Emmerichs fußballerische Karriere ist untrennbar mit seinem \u201eTor des Jahrhunderts\u201c im WM-Vorrundenspiel 1966 gegen Spanien in Birmingham verbunden. Dieser Treffer machte den schussgewaltigen Außenstürmer aus Dortmund-Dorstfeld, von dem das geflügelte Wort: \u201cGib mich die Kirsche!\u201c stammt, auf einen Schlag weltberühmt.<\/p>\n<p>Lothar Emmerich, am 29. 11. 1041 geboren, kam 1960 von Dorstfeld 09 zum BVB und imponierte schon bald mit seiner sagenhaften Schusskraft. Mit dem BVB wurde er 1965 DFB-Pokalsieger und ein Jahr später im Hampden Park zu Glasgow gegen den FC Liverpool Europacupsieger. Gemeinsam mit Siggi Held bildete er das europaweit gefürchtete Duo \u201eThe terrible Twins\u201c - die schrecklichen Zwillinge. Dabei war der elegante Held in aller Regel der Vorbereiter und der wuchtige Emmerich der Vollstrecker.<\/p>\n<p>Der Bundesliga-Torschützenkönig 1966 und 1967 (gemeinsam mit Gerd Müller) erzielte in 32 Oberliga- und 183 Bundesligaspielen 126 Tore für die Borussen. Hinzu kommen 21 Europacupspiele mit 15 Toren.<\/p>\n<p> <\/p>\n<p>Der fünfmalige Nationalspieler und Vize-Weltmeister von 1966 verließ den finanziell angeknockten BVB 1969 in Richtung Belgien. Nach seiner aktiven Karriere wurde er Trainer und kehrte 1999 nach Dortmund zurück. Hier fand er beim BVB als Fan-Beauftragter eine neue Aufgabe, der er sich mit Leidenschaft und Engagement verschrieb. Von seinen Stadionführungen gemeinsam mit Aki Schmidt schwärmen die Teilnehmer noch heute. Große Bestürzung erfasste zahllose Fußballfreunde, als die traurige Kunde von seinem unheilbaren Lungenkrebs die Runde machte, an dem er 2001 verstarb.<\/p>\n<p>Zu Ehren des unvergessenen Linksfüßlers aus Dorstfeld trägt das heutige BVB-Maskottchen den Namen \u201eEmma\u201c. Damit hat ihm der BVB ein bleibendes Denkmal gesetzt, das insbesondere die Kleinsten im BVB-Kids-Club über alle Maßen lieben.<\/p>\n<p><b><u>Willy \u201cFischken\u201d Multhaup: Der Gentleman-Trainer<\/u><\/b><\/p>\n<p>Die schwarz-gelben Europacupsieger von 1966 sprechen voller Hochachtung von ihrem Trainer Willy \u201cFischken\u201d Multhaup, der leider nur ein Jahr beim BVB unter Vertrag stand. Als Nachfolger von Hermann Eppenhoff übernahm Multhaup 1965 eine intakte Mannschaft, die er insbesondere taktisch verfeinerte. Hinzu kam, dass sich die beiden Neuzugänge Siggi Held und Stan Libuda als absolute Volltreffer herauskristalisierten, die auch in den Europacupspielen brillierten, ja, entscheidende Akzente setzten.<\/p>\n<p>Der Essener \u201cFischken\u201d Multhaup kam als Meistermacher von Werder Bremen zum BVB. Mit den Bremern war er 1965 überraschend Deutscher Meister geworden. Multhaup hatte ein großes Herz für seine Spieler und wurde rasch für sie zur Vertrauensperson. Er war stets hanseatisch vornehm im Umgang, punktuell Monokelträger und damit der Gentlemantrainer par exzellence.<\/p>\n<p>Nach dem Europapokalsieg mit dem BVB, der sein größter Karriereerfolg war und blieb, verabschiedete er sich in Richtung Köln, wohin ihn FC-Boss Franz Kremer, einer der Väter der Bundesliga, mit einer großzügigen Offerte gelockt hatte.<\/p>\n","title":"Text","multiValue":false,"value":"<p>Schon die Ankunft auf dem Kölner Flughafen Stunden zuvor war super! Man hatte für den BVB sogar den sprichwörtlichen \u201cRoten Teppich\u201d ausgerollt. Wie Staatsgäste wurden die Meisterkicker empfangen. Mit dem Bus ging es dann weiter in Richtung Dortmund. Auf der B 54, der \u201cTraumstraße\u201d, stiegen die Sieger von Glasgow in offene Autos um. Damit begann ein unvergesslicher Autokorso. Der Weg ging über den Borsigplatz, der mehrfach umrundet wurde, und den Wallring bis zum Neuen Markt.<\/p>\n<p>Besonders gefeiert wurden die beiden Torschützen Siggi Held und Stan Libuda, aber auch alle anderen Akteure standen mehrfach im Zentrum frenetischer Ovationen. Oberbürgermeister Dietrich Keuning hieß die siegreichen Recken, BVB-Präsident Willi Steegmann und Trainer Willi \u201cFischken\u201d Multhaup willkommen.<\/p>\n<p><img src=\"/content/dam/fanabteilung/de/news/foerderabteilung/2026/05/05/1966/1.jpg\" data-assetref=\"1-1777974482145\"><\/p>\n<p>In das Spiel am Tag zuvor im Hampden Park zu Glasgow gingen die Schwarz-Gelben als krasser Außenseiter. Zu überlegen schienen die englischen Profis vom FC Liverpool, der Beatles-Stadt. Doch die Borussen entpuppten sich als taktisch klug eingestellt, gallig und effektiv im Zweikampf. Aus einer geschlossenen Elf ragten Kurrat, Assauer, Sturm, Paul und Tilkowski als ruhende Pole heraus.<\/p>\n<p>Das 1:0 von Siggi Held (62.) mit herrlichem Schuss nach Vorarbeit von Emmerich glich Liverpool sieben Minuten später aus: Linksaußen Thompson angelte sich den Ball (wahrscheinlich) hinter der Grundlinie, Flanke, Roger Hunt verwandelte eiskalt. In der 109. Minute fällt eines der kuriosesten Tore der Europacupgeschichte: Held geht steil durch, schießt Keeper Lawrence an. Der Abpraller kommt zu Libuda, dessen Bogenlampe aus 25 Metern geht an die Latte. Mittelläufer Yeats kriegt den Ball an die Brust \u2013 Tor.<\/p>\n<p> <\/p>\n<p>Als Kapitän Wolfgang Paul aus den Händen des Schweizer UEFA-Präsidenten Gustav Wiederkehr die Siegestrophäe entgegen nimmt, singen die etwa 2.000 mitgereisten BVB-Fans: \u201cSo ein Tag, so wunderschön wie heute\u201d! Ein großariger Augenblick!<\/p>\n<p><img src=\"/content/dam/fanabteilung/de/news/foerderabteilung/2026/05/05/1966/12.jpg\" data-assetref=\"12-1777975005818\"><\/p>\n<p>Der BVB-Vorstand hatte offenbar nicht damit gerechnet, dass seine Mannschaft gewinnen könnte. Nur so ist es zu verstehen, dass keine Siegesfeier geplant war. Das war blamabel. Die Spieler improvisierten, plünderten die Küche und die Hotelbar und kamen so doch noch zu ihrer verdienten Fete.<\/p>\n<p><img src=\"/content/dam/fanabteilung/de/news/foerderabteilung/2026/05/05/1966/7.jpg\" data-assetref=\"7-1777975293211\"><\/p>\n<p><b><u>Die Helden von Glasgow<\/u><\/b><\/p>\n<p><b><u>Hans Tilkowski: Weltklasse zwischen den Torpfosten<\/u><\/b><\/p>\n<p>Hans Tilkowski (12. 7. 1935) hielt Anfang Oktober 1965 einen eindrucksvollen \u201cGoldenen Fußball\u201d in seinen Händen. Soeben war er als \u201cFußballer des Jahres 1965\u201d ausgezeichnet worden. Die deutschen Sportjournalisten wählten mit ihm den ersten Torhüter überhaupt. 39.000 Besucher in der Kampfbahn \u201cRote Erde\u201d waren Zeugen des Ereignisses. Der Präsident des DFB, Dr. Hermann Gösmann, war ebenso erschienen wie Bundestrainer Helmut Schön. Gerade Schön hielt es für seine Pflicht, seinem Nationalkeeper in verdienter Anerkennung die Hand zu drücken, war der \u201cTil\u201d doch für ihn eine feste Größe für die Weltmeisterschaft 1966 in England.<\/p>\n<p>Hans Tilkowski stammte aus Dortmund-Husen und war über Kaiserau und Westfalia Herne 1963 zu Beginn der Bundesliga zum BVB gekommen. <\/p>\n<p>Am 4. Dezember 1963 stand er in der legendären BVB-Elf, die im \u201cgrößten BVB-Spiel aller Zeiten\u201d Benfica Lissabon, das Team von Eusebio und Coluna, mit 5:0 bezwang. Ab 1964 hütete er auch wieder das Tor der Nationalelf, aus dem ihn Herberger zur WM 1962 in Chile \u201cverbannt\u201d hatte.<\/p>\n<p>Die Karriere Tilkowskis fand ihren Höhepunkt 1966. Sein BVB wurde Europapokalsieger und Deutschland mit ihm im Tor Vize-Weltmeister. Als Rekordtorhüter des DFB mit 39 Länderspielen beendete er 1967 im Stadion Rote Erde seine eindrucksvolle Nationalmannschafts-Karriere.<\/p>\n<p>Schon zu seiner aktiven Zeit als Fußballer begann Hans Tilkowski, sich für Menschen in Not einzusetzen. Für sein außergewöhnliches Engagement wurde er u. a. mit dem Verdienstorden des Landes NRW und dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse ausgezeichnet.<\/p>\n<p><b><u>Gerd Cyliax: Supersprinter, Superspieler<\/u><\/b><\/p>\n<p>\u201cVerteidiger kauft man nicht, Verteiger macht man sich!\u201d Einer, der diese \u201cFußball-Weisheit\u201d eindrucksvoll bestätigt, ist Gerd Cyliax (23. 8. 1934 -17. 5. 2008). Seine Karriere begann beim TBV Mengede, setzte sich über Westfalia Herne und Preußen Münster fort und führte ihn 1959 in die Dortmunder Heimat zum BVB zurück. Er lief die 100 Meter unter 11 Sekunden und ist damit ist einer der Schnellsten, die jemals beim BVB gekickt haben. Immerhin gehörte er sogar zum erweiterten Kreis für die Sprintstaffel des DLV! Seine unglaubliche Geschwindigkeit entfaltete Cyliax besonders prägnant als Außenstürmer auf dem linken Flügel. Man erinnere sich nur an die BVB-Endspiele 1961 und 1963. Danach begann seine Karriere als rechter Außenverteidiger. Diese Position hatte er 1965 beim ersten BVB-Pokalsieg und 1966 beim unvergesslichen Europapokalsieg inne. Er war also ein beidfüßig agierender Kicker von großer Klasse. Als Verteidiger kannte er natürlich alle Tricks und Schliche seiner Kontrahenten und ließ sich kaum ein X für ein U vormachen. Leider hat Cyliax nie den Dress der Nationalmannschaft überstreifen dürfen. Mit der Deutschen Meisterschaft 1963, dem DFB-Pokal 1965 und dem Europapokal 1966 machte er unabhängig davon eine außergewöhnliche Vereins-Karriere. Gerd Cyliax, der stets unaufdringlich im Hintergrund blieb, hatte erstaunliche Entertainer-Qualitäten. Mit dem Akkordeon ging er virtuos um und erfreute in späteren Jahren manch gemütliches Beisammensein mit seinen alten Freunden aus Dortmund-Mengede.<\/p>\n<p><b><u>Theo Redder: Hart und kompromislos<\/u><\/b><\/p>\n<p>Das besondere Markenzeichen des Verteidigers Theo Redder (19. 11. 1941) war sein unerbittliches Tackling, das er mit atemberaubender Konsequenz praktizierte. Damit war er der Prototyp des unangenehmen Gegenspielers. Callaghan, Liverpools Flügelflitzer im Endspiel zu Glasgow, kann davon ein Liedchen singen. Zum BVB stieß der gelernte Bäcker, der aus Werl stammt, in der Saison 1962/63. Borussias Trainer Hermann Eppenhoff formte den talentierten Außenverteiger zu einem Akteur von internationalem Format. Der Deutsche Meister 1963, DFB-Pokalsieger 1965 und Europacupsieger 1966 gehört auch zu den legendären Benfica-Helden. Theo Redder wurde von Bundestrainer Helmut Schön leider nur ein Mal \u2013 gegen Finnland - in die Deutsche Nationalmannschaft berufen. Gemeinsam mit seinen BVB-Kollegen Tilkowski, Schmidt, Konietzka und Sturm stand er in jener Elf, die die Skandinavier 1964 mit 4:0 besiegte. Nach seiner aktiven Zeit \u2013 er musste seine Karriere beim BVB schon mit 28 Jahren beenden - kümmerte sich Redder über viele Jahre hinweg liebevoll um die Traditionsmannschaft des BVB. Der langjährige persönliche Freund Hoppy Kurrats ist heute stellvertretender Vorsitzender des BVB-Ältestenrates.<\/p>\n<p><b><u>Dieter \u201cHoppy\u201d Kurrat: Der Terrier<\/u><\/b><\/p>\n<p>Für eine große Nationalmannschaftskarriere war Dieter \u201cHoppy\u201d Kurrat (15. 5. 1942) leider ein paar Zentimeter zu klein. Auf dem Spielfeld hingegen wuchs der Junge vom Borsigplatz zu einem Abwehrriesen, der sich mit leidenschaftlicher Konsequenz um seine Gegenspieler kümmerte. Der \u201cHoppy\u201d, wie ihn alle Welt nur nannte, war ein leuchtendes Aushängeschild der BVB-Nachwuchsarbeit. Auf den begabten Jung-Kicker wurde auch der DFB schnell aufmerksam und berief ihn in die Jugend-Nationalmannschaft. Beim BVB folgte schon mit 18Jahren der Sprung in die 1. Mannschaft. Soeben war er mit der A-Jugend noch Westfalenmeister geworden, schon schaffte er nahtlos den Sprung in die erste Mannschaft. Das erste Oberligaspiel bestritt er am 9. Oktober 1960 gegen Hamborn 07. Im Endspiel um die \u201cDeutsche\u201d 1961, das der BVB gegen den 1. FC Nürnberg verlor, schnupperte er erstmals die Luft eines großen Finales. Es sollten weitere folgen! Der kleine Terrier mit dem großen Kämpferherzen wurde Deutscher Meister 1963, DFB-Pokalsieger 1965 und Europacupsieger 1966. Im Endspiel 1963 gegen den 1. FC Köln brachte er mit seinem überraschenden 1:0 in der 21. Minute den BVB auf die Siegerstraße. Alle waren erstaunt, denn das Toreschießen gehörte eigentlich nicht zu seiner \u201cKernkompetenz\u201d. In den großen Europacupspielen hatte es Kurrat zumeist mit den gegnerischen Spielmachern zu tun. So war Eusebio sein Gegner im Hinspiel 1963 in Lissabon, so setzte er sich mit Luis Suarez in den Partien gegen Inter Mailand auseinander. Suarez trat dem kleinen Mann vom Borsigplatz in der 18. Minute so brutal in den Unterleib, dass es nur die Konsequenz \u201cPlatzverweis\u201d geben konnte. Ein bestochener Schiri namens Tesasic allerdings hatte im Gegensatz zu den Millionen an den Bildschirmen nichts gesehen.<\/p>\n<p>Nach seiner aktiven Karriere stand Hoppy Kurrat dem BVB als Trainer zur Verfügung. Da die Borussen nach ihrem Abstieg 1972 finanziell ziemlich klamm waren, verzichtete er generös auf sein Trainergehalt. Später wechselte er als Spielertrainer zum SV Holzwickede, mit dem er 1976 Deutscher Amateurmeister wurde.<\/p>\n<p><b><u>Wolfgang Paul: Karriere als \u201cStopper Paul\u201d<\/u><\/b><\/p>\n<p>Die BVB-Fans nannten den Uhrmachermeister Wolfgang Paul (25. 1. 1949) aus Bigge-Olsberg, der 1961 über den VfL Schwerte zum BVB stieß, wegen seiner eindrucksvollen Physis den \u201cArdeyhirsch\u201d. Immerhin war er 1,86 Meter groß und mächtig von Gestalt. Bei Kopfbällen und in Zweikämpfen brachte er seine körperlichen Vorzüge mit wuchtigen Aktionen bestens zur Geltung. Hart, aber fair! Das waren die signifikanten Attribute des Sauerländers, der in seiner Fußballer-Karriere kein einziges Mal vom Platz flog.<\/p>\n<p>Wolfgang Paul reifte beim BVB rasch zu einer Führungspersönlichkeit und wurde zu Beginn der Saison 1965/66 folgerichtig der Nachfolger von Aki Schmidt als Mannschaftskapitän der Schwarz-Gelben. In der Abwehrschlacht zu Glasgow konnten sich seine Mannen nicht nur auf ihren \u201cStopper Paul\u201d verlassen, sondern sich auch an seinem kämpferischen Beispiel orientieren und aufrichten. Die englischen Medien flochten dem Hünen regelrechte Kränze der Verehrung.<\/p>\n<p>Paul gehörte 1966 auch zum Aufgebot des DFB für die WM in England. Anders als Tilkowski, Held und Emmerich kam der untadelige Sportsmann allerdings zu keinem WM-Einsatz. Den Dress der Nationalmannschaft durfte sich der heutige Vorsitzende des BVB-Ältestenrates nur einmal, und das in einem inoffiziellen WM-Vorbereitungsspiel, überstreifen.<\/p>\n<p><b><u>Rudi Assauer: Der schöne Rudi<\/u><\/b><\/p>\n<p>\u201cAls wir am 5. Mai 1966 in den Hampden Park zum Endspiel gegen Liverpool einliefen, hatte ich ziemlich die Hosen voll. Das hat der Aki, der direkt hinter mir stand, offensichtlich gemerkt. Seine Bemerkung: \u201cWenn Du heute Eierkes machst, dann bekommst Du einen Tritt in den A..., den Du nicht vergessen wirst\u201d, habe ich das ganze Spiel über nicht vergessen. Deshalb unterlief mir in den 120 Minuten auch so gut wie kein Fehler!\u201d Mit einem leichten Schmunzeln hat Rudi Assauer (30. 4. 1944) dieses Bonmot anlässlich eines Termins zur Vorbereitung der WM 2006 in Iserlohn erzählt, als er von einem Besucher auf das Europacupendspiel 1966 angesprochen wurde.<\/p>\n<p>Der blendend aussehende gebürtige Sauerländer Assauer, der 1964 über die SpVgg Herten zum BVB kam, blieb den Schwarz-Gelben bis 1970 verbunden. Danach wechselte der technisch versierte linke Außenläufer zu Werder Bremen, wo er seine Karriere als Fußballer auch beendete. Es folgte eine eindrucksvolle Zeit als Werder-Manager und später als mächtiger Mann des FC Schalke 04. Aber wo Rudi Assauer auch immer engagiert war, stets blieb er Mitglied beim BVB, mit dem er den größten Erfolg seiner Fußballerlaufbahn errungen hat.<\/p>\n<p>Leider ist der zeitlebens vitale und lebensbejahende Rudi Assauer seit einigen Jahren schwer erkrankt und lebt heute völlig zurückgezogen. Sein alter Freund und Weggefährte Werner Hansch ist einer der Wenigen, die noch Zugang zu ihm haben. In Dortmund hat man Assauer zuletzt 2010 anlässlich der Premiere der Produktion \u201cLeuchte auf, mein Stern Borussia\u201d im Dortmunder Schauspielhaus gesehen, das er mit großer Freude erlebte.<\/p>\n<p><b><u>Reinhard \u201cStan\u201d Libuda: Flügelflitzer von Weltklasse<\/u><\/b><\/p>\n<p>Wenn es bei Reinhard \u201cStan\u201d Libuda \u201c (10. 10. 1943 \u2013 25. 8. 1996) \u201clief\u201d, dann brauchte er weltweit auf der Position des Rechtsaußen keinen Vergleich zu scheuen. Antrittsschnell, ein großartiger Dribbler \u2013 Libuda war ein Flügelflitzer, der jeden Gegenspieler zur Verzweiflung bringen konnte. Und seine Gegenspieler hatten es in aller Regel in sich: Kurbjuhn vom HSV, Bene aus Stuttgart, Piontek und Höttges von Werder Bremen gehörten dazu. Alles Kaliber, die einen schon das Fürchten lehren konnten. Aber der Mann aus Gelsenkirchen, der erst 1965/66 zum BVB stieß, ließ sie in Serie mit seinem berühmten Matthews-Trick schlecht aussehen. Gemeinsam mit Siggi Held und Lothar Emmerich bildete er ein Sturmtrio von internationalem Format.<\/p>\n<p>Als Libuda 1965 zum BVB wechselte, wurde die verbale Gangart unter der Fans heftiger. Die unschöne Bezeichnung \u201cVerräter\u201d hielt Einzug in das Vokabular. Beim BVB blieb der Stan bis 1968. Dann wechselte er zurück zu seinem Stammverein, dem er im Herzen immer die Treue gehalten hatte.<\/p>\n<p>In Glasgow lief es zunächst nicht so gut für ihn. Dann wurde er aber als Schütze des goldenen Tores über alle Maßen gefeiert.<\/p>\n<p>In der Nationalmannschaft machte Libuda ebenfalls eine sehr respektable Karriere mit seinen 26 Länderspielen. Hier feierte er seinen größten Erfolg wohl mit dem Siegtreffer gegen Schottland in der WM-Qualifikation für 1970, mit dem er das Tor nach Mexico für die DFB-Formation öffnete. Die WM selber beendete er mit seinem Team auf einem großartigen dritten Rang.<\/p>\n<p>Leider gehörte Libuda auch zu der Schalker Mannschaft, die Anfang der 1970er Jahre in den unseligen Bestechungsskandal verwickelt war. Unter diesem Fehltritt hat der prominenteste Grenzgänger zwischen dem BVB und Schalke 04 praktisch bis zu seinem frühen Tod gelitten.<\/p>\n<p><b><u> \u201eAki\u201c Schmidt: Meister der Regie<\/u><\/b><\/p>\n<p>Das jugendliche Bürschen, das sich im Juli 1956 zu seinem ersten BVB-Training bei Trainer Helmut Schneider anmeldete, war gerade einmal 20 Jahre alt und stammte aus Berghofen. Sein Name: Alfred Schmidt, den seit Jahrzehnten jeder nur \u201eAki\u201c nennt.<\/p>\n<p>Der erste Verein des Schüler- und Jugendkickers war die SpVggBerghofen. Seit er 1946 allerdings den BVB in einem Spiel gegen Witten im Hoeschpark gesehen hatte, schlug sein Herz für die Borussen. Bei diesem Club wollte er einmal spielen.<\/p>\n<p>1956 also war es soweit. BVB-Trainer Helmut Schneider erkannte Schmidts großes Talent als Mittelfeldstratege und setzte ihn in der ersten Mannschaft ein.<\/p>\n<p>Im September 56, im dritten Qualifikationsspiel des BVB für die Hauptrunde des Europapokals der Landesmeister gegen Spora Luxemburg, bestand er seine erste internationale Bewährungsprobe. Sepp Herberger wurde auf ihn aufmerksam und machte ihn bereits im Frühjahr 1957 in der Partie Holland \u2013 Deutschland zum Nationalspieler. Als Dank für das große Vertrauen des Bundestrainers schoss der Debütant dann auch gleich \u201esein\u201c Premierentor. Das war ein gelungener Einstand!<\/p>\n<p>Aki Schmidts Erfolge als Spieler sind eindrucksvoll: Deutscher Vizemeister 1961, Deutscher Meister 1963, Benfica-Held, DFB-Pokalsieger 1965, Europapokalsieger 1966. Der großartige Mittelfeldstratege bildete zunächst mit Jürgen Schütz und Timo Konietzka und danach mit Siggi Held und Lothar Emmerich gefürchtete Sturmtrios.<\/p>\n<p>Selbst die tollste Karriere erfährt da und dort Rückschläge. Das gilt auch für unseren Aki. Obwohl bereits Nationalspieler, fand er keine Berücksichtigung beim Endspiel um die Deutsche Fußball-Meisterschaft 1957 gegen den HSV, das BVB-Trainer Schneider mit der identischen Aufstellung bestreiten wollte wie im Jahr zuvor, um etwas Einmaliges zu schaffen.<\/p>\n<p>In der Nationalmannschaft wurde Schmidt von 1956 bis 1964 in 25 Länderspielen eingesetzt, war 1958 WM-Teilnehmer in Schweden und danach der erste Kapitän der Nationalelf aus dem \u201eHause\u201c BVB.<\/p>\n<p>1966/67 besuchte Aki Schmidt mit Erfolg die Sporthochschule Köln und machte dort die Lizenz als Fußballlehrer. Seine Trainerstationen wurden Jahn Regensburg, Kickers Offenbach, Preußen Münster und der FK Pirmasens. Der Deutsche Pokalsieg 1970 mit dem Zweitligisten Kickers Offenbach ist die besondere \u201eDuftmarke\u201c seiner Trainertätigkeit.<\/p>\n<p>Der lebensbejahende Aki Schmidt ist ein begnadeter Entertainer. Im Mai 2011 kreierte er das Lied \u201eRubbeldiekatz am Borsigplatz\u201c, das praktisch der BVB-Song der Deutschen Meisterschaft 2011 wurde. Der Begriff \u201eRubbeldiekatz\u201c war sogar in der näheren Auswahl für das \u201eJugendwort 2011\u201c.<\/p>\n<p>Dass Aki Schmidt mit seinen jetzt 80 Lenzen dem BVB durch seine Tätigkeit im Ältestenrat noch treu verbunden ist, kann bei dieser Vita niemanden verwundern. <\/p>\n<p><b><u>Siegfried \u201eSiggi\u201c Held: Schnell und torgefährlich<\/u><\/b><\/p>\n<p>Über den SV Marktheidenfeld und die Offenbacher Kickers kam Siegfried \u201eSiggi\u201c Held (geb. am 7. 8. 1942), der blonde Supersprinter unter den damaligen Fußballern, zu Beginn der Saison 1965/66 zum BVB. Der neue Trainer Willi \u201eFischken\u201c Multhaup, von Werder Bremen zum BVB gewechselt, hatte den pfeilschnellen Kicker schon auf seiner Wunschliste, bevor er den Vertrag mit den Borussen unterzeichnete. Siggi Held machte eine außergewöhnliche Blitzkarriere, die ihn rasch in die Nationalmannschaft führte. Sein erstes Länderspiel datiert vom 23. 2. 1966 gegen England. Neben seinen Auftritten in der Bundesliga nutzte er die internationalen Begegnungen des BVB im Europacup der Pokalsieger, um sich Bundestrainer Helmut Schön zu empfehlen. Gemeinsam mit Lothar Emmerich bildete er das international beachtete und gefürchtete Duo \u201eThe terrible Twins\u201c. Held spielte nominell Mittelstürmer beim BVB, brach allerdings häufig auf den von ihm bevorzugten linken Flügel aus, um seine rasanten Sprints ansetzen zu können. Sein kongenialer Partner \u201eEmma\u201c Emmerich rochierte dann in die Mitte und wartete auf die gefährlichen Pässe und Flanken seines fußballerischen Zwillings.<\/p>\n<p>Im legendären Europacup-Endspiel 1966 war Held an beiden BVB-Toren beteiligt. Das 1:0 erzielte er höchstpersönlich, den Siegtreffer zum 2:1 bereitete er mit einem schneidigen Solo in Richtung Liverpooler Tor vor.<\/p>\n<p>Es war nicht verwunderlich, dass Helmut Schön Siegfried Held auch mit zur WM nach England mitnahm. Im Eröffnungsspiel gegen die Schweiz erzielte er das erste WM-Tor der deutschen Mannschaft in diesem Turnier. Held wurde Stammspieler bei der WM und spielte in allen Partien bis zum Finale entweder Linksaußen oder Halblinks. Seine zweite WM erlebte er 1970 in Mexico. 1971 verließ Siegfried Held den BVB und schloss sich erneut den Offenbachern an. Nach dem Bundesligaaufstieg des BVB kam Held, von dem Trainer Otto Rehhagel eine Menge hielt, als Libero zurück zu den Schwarz-Gelben. Nach der aktiven Laufbahn war er als Trainer mit mehreren nationalen und internationalen Verpflichtungen erfolgreich. Gegenwärtig ist Siggi Held im Ältestenrat und als Fan-Betreuer weiterhin für den BVB tätig.<\/p>\n<p><b><u>Willi Sturm: \u201cMister Zuverlässig\u201d<\/u><\/b><\/p>\n<p>Der Wattenscheider Vorortverein Union Günnigfeld hat zwei Fußballer mit dem Vornamen \u201cWilli\u201d hervorgebracht, die zu Rang und Namen kamen und als Referenzadresse herhalten: Willi Schulz (FC Schalke und HSV), der als World Cup-Willi 1966 zu Ehren kam, und \u201cMister Zuverlässig\u201d Willi Sturm (8. 2. 1940 \u2013 5. 11. 1996), der mit dem BVB als Deutscher Meister, DFB-Pokalsieger und Europacupsieger großartige Erfolge feierte.<\/p>\n<p>Sturm, ein Mann mit Pferdelunge, konnte praktisch alle Positionen im Mittelfeld mit gleichbleibend hoher Qualität ausfüllen. Angenehm zurückhaltend und unaufdringlich im Wesen, war der Mann mit der schon früh hohen Stirn prädestiniert für die Übernahme von Spezialaufgaben. Sein großes Spielverständnis machte ihn zum idealen Partner für seine Mannschaftskameraden. Dabei war ihm kein Weg zu weit und keine Aufgabe zu unangenehm. Leider hat auch er nur ein einziges Mal in der Nationalelf \u2013 1964 gegen Finnland - auflaufen dürfen.<\/p>\n<p>Im Dress des BVB spielte Willi Sturm ein Jahrzehnt von 1961 bis 1971. Dabei kam er zu 53 Oberliga- und 186 Bundesligaseinsätzen. Darüber hinaus absolvierte er 22 Europapokalspiele für seine Schwarz-Gelben.<\/p>\n<p><b><u>Lothar Emmerich: Der Mann mit den \u201elinken Klebe\u201c<\/u><\/b><\/p>\n<p>Lothar Emmerichs fußballerische Karriere ist untrennbar mit seinem \u201eTor des Jahrhunderts\u201c im WM-Vorrundenspiel 1966 gegen Spanien in Birmingham verbunden. Dieser Treffer machte den schussgewaltigen Außenstürmer aus Dortmund-Dorstfeld, von dem das geflügelte Wort: \u201cGib mich die Kirsche!\u201c stammt, auf einen Schlag weltberühmt.<\/p>\n<p>Lothar Emmerich, am 29. 11. 1041 geboren, kam 1960 von Dorstfeld 09 zum BVB und imponierte schon bald mit seiner sagenhaften Schusskraft. Mit dem BVB wurde er 1965 DFB-Pokalsieger und ein Jahr später im Hampden Park zu Glasgow gegen den FC Liverpool Europacupsieger. Gemeinsam mit Siggi Held bildete er das europaweit gefürchtete Duo \u201eThe terrible Twins\u201c - die schrecklichen Zwillinge. Dabei war der elegante Held in aller Regel der Vorbereiter und der wuchtige Emmerich der Vollstrecker.<\/p>\n<p>Der Bundesliga-Torschützenkönig 1966 und 1967 (gemeinsam mit Gerd Müller) erzielte in 32 Oberliga- und 183 Bundesligaspielen 126 Tore für die Borussen. Hinzu kommen 21 Europacupspiele mit 15 Toren.<\/p>\n<p> <\/p>\n<p>Der fünfmalige Nationalspieler und Vize-Weltmeister von 1966 verließ den finanziell angeknockten BVB 1969 in Richtung Belgien. Nach seiner aktiven Karriere wurde er Trainer und kehrte 1999 nach Dortmund zurück. Hier fand er beim BVB als Fan-Beauftragter eine neue Aufgabe, der er sich mit Leidenschaft und Engagement verschrieb. Von seinen Stadionführungen gemeinsam mit Aki Schmidt schwärmen die Teilnehmer noch heute. Große Bestürzung erfasste zahllose Fußballfreunde, als die traurige Kunde von seinem unheilbaren Lungenkrebs die Runde machte, an dem er 2001 verstarb.<\/p>\n<p>Zu Ehren des unvergessenen Linksfüßlers aus Dorstfeld trägt das heutige BVB-Maskottchen den Namen \u201eEmma\u201c. Damit hat ihm der BVB ein bleibendes Denkmal gesetzt, das insbesondere die Kleinsten im BVB-Kids-Club über alle Maßen lieben.<\/p>\n<p><b><u>Willy \u201cFischken\u201d Multhaup: Der Gentleman-Trainer<\/u><\/b><\/p>\n<p>Die schwarz-gelben Europacupsieger von 1966 sprechen voller Hochachtung von ihrem Trainer Willy \u201cFischken\u201d Multhaup, der leider nur ein Jahr beim BVB unter Vertrag stand. Als Nachfolger von Hermann Eppenhoff übernahm Multhaup 1965 eine intakte Mannschaft, die er insbesondere taktisch verfeinerte. Hinzu kam, dass sich die beiden Neuzugänge Siggi Held und Stan Libuda als absolute Volltreffer herauskristalisierten, die auch in den Europacupspielen brillierten, ja, entscheidende Akzente setzten.<\/p>\n<p>Der Essener \u201cFischken\u201d Multhaup kam als Meistermacher von Werder Bremen zum BVB. Mit den Bremern war er 1965 überraschend Deutscher Meister geworden. Multhaup hatte ein großes Herz für seine Spieler und wurde rasch für sie zur Vertrauensperson. Er war stets hanseatisch vornehm im Umgang, punktuell Monokelträger und damit der Gentlemantrainer par exzellence.<\/p>\n<p>Nach dem Europapokalsieg mit dem BVB, der sein größter Karriereerfolg war und blieb, verabschiedete er sich in Richtung Köln, wohin ihn FC-Boss Franz Kremer, einer der Väter der Bundesliga, mit einer großzügigen Offerte gelockt hatte.<\/p>\n","exportedType":"text/html"},"id":"editable-71d1f57e4a","prio":{"multiLine":false,"dataType":"boolean","name":"prio","title":"Prio (Clubplatform)","multiValue":false,"value":false,"exportedType":"boolean"},"headline":{"multiLine":false,"dataType":"string","name":"headline","title":"Headline","multiValue":false,"value":"5. 5. 1966: BVB erster deutscher Europapokalsieger","exportedType":"text/plain"},"author":{"multiLine":false,"dataType":"string","name":"author","title":"Author","multiValue":false,"exportedType":"text/plain"},"teaserType":"relatedContent","match":{"multiLine":true,"dataType":"content-fragment","name":"match","title":"Related Match","multiValue":false,"exportedType":"text/plain"},"externalId":{"multiLine":false,"dataType":"string","name":"externalId","title":"External ID (Clubplatform)","multiValue":false,"exportedType":"text/plain"},"displayOnHome":{"multiLine":false,"dataType":"boolean","name":"displayOnHome","title":"Display in news wall on homepage","multiValue":false,"value":true,"exportedType":"boolean"},"url":{"multiLine":false,"dataType":"string","name":"url","title":"Vanity URL (LEAVE EMPTY FOR AUTOMATIC VANITY URL. 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Um 19:09 Uhr, Einlass ab 18:30 Uhr, laden wir dich bei freiem Eintritt zu einem ganz besonderen Abend ein, an dem wir die Kontraste der BVB-Geschichte spürbar machen: die nervenaufreibende Relegation 1986 und die triumphale Meisterschaft 1996. <\/p>\n","xdm:linkURL":"https://fanabteilung.bvb.de/de/de/news/news.html/2026/4/30/Zwischen-Abstiegsdrama-und-Meisterrausch-der-BVB-zwischen-1986-und-1996.html","@type":"/apps/bvbweb/components/newssliderelements/editable","dc:title":"Zwischen Abstiegsdrama und Meisterrausch \u2013 der BVB zwischen 1986 und 1996","repo:modifyDate":"2026-04-30T07:22:00Z"}},"displayTag":{"multiLine":false,"dataType":"string","name":"displayTag","title":"Display Department","multiValue":true,"value":[""],"exportedType":"text/plain"},"metadescription":{"multiLine":false,"dataType":"string","name":"metadescription","title":"Meta Description","multiValue":false,"exportedType":"text/plain"},"linkTarget":"_self","link":"https://fanabteilung.bvb.de/de/de/news/news.html/2026/4/30/Zwischen-Abstiegsdrama-und-Meisterrausch-der-BVB-zwischen-1986-und-1996.html","stageImages":{"multiLine":false,"dataType":"string","name":"stageImages","title":"Image (Stage Image)","multiValue":true,"value":["/content/dam/fanabteilung/de/news/foerderabteilung/2026/04/30/86-96/BORUSSEUM_BVB_HendrikD.jpg"],"exportedType":"text/plain"},"experience":{"multiLine":true,"dataType":"string","name":"experience","title":"Experience Fragment","multiValue":false,"exportedType":"text/plain"},"appExport":{"multiLine":false,"dataType":"boolean","name":"appExport","title":"App Export (Clubplatform)","multiValue":false,"value":false,"exportedType":"boolean"},"showDate":{"multiLine":false,"dataType":"calendar","name":"showDate","title":"Show Date and Time (CET)","multiValue":false,"value":"30.04.26 07:22 Z","exportedType":"calendar"},"teaserText":{"multiLine":true,"dataType":"string","name":"teaserText","html":"<p>Am 13. 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Sie erzählen von Rückschlägen und Neuanfängen, von Leidenschaft, Treue und der außergewöhnlichen Kraft, die Borussia Dortmund ausmacht.<\/p>\n<p>Moderator Christoph Bökamp führt durch den Abend und nimmt dich mit auf eine Zeitreise, die nicht nur Fakten erzählt, sondern Emotionen wieder aufleben lässt. Auf der Bühne treffen sich ehemalige Spieler und ein langjähriger BVB-Fan, der sowohl die Relegation 1986 als auch die Meisterschaft 1996 live im Stadion erlebt hat. So prallen Perspektiven direkt aufeinander: die Sicht aus der Kabine und die Sicht von der Tribüne.<\/p>\n<p>Die früheren Profis berichten aus erster Hand von den entscheidenden Partien, von der Atmosphäre in der Mannschaft, von Druck, Zweifel und dem unerschütterlichen Glauben an das Team. Parallel dazu schildert der Fan, wie sich diese Momente auf den Rängen angefühlt haben \u2013 wenn ein ganzes Stadion den Atem anhält, wenn alles auf dem Spiel steht, wenn sich Zehntausende in eine einzige hoffende, bangende und später jubelnde Masse verwandeln.<\/p>\n<p>So entsteht ein Abend, an dem sich persönliche Erinnerungen, historische Momente und die kollektive Emotion der BVB-Familie zu einem lebendigen Gesamtbild verbinden.<\/p>\n<p>Freu dich auf ein Format, das weit über eine reine Talkrunde hinausgeht: auf spannende Anekdoten, bislang selten erzählte Geschichten, emotionale Einblicke und vielleicht auch den einen oder anderen Gänsehautmoment, der zeigt, warum dieser Verein mehr ist als nur Fußball.<\/p>\n<p>Die Veranstaltung wird in Kooperation mit der BVB-Fanabteilung durchgeführt. Sie findet am <b>Mittwoch, den 13. Mai 2026, ab 19:09 Uhr (Einlass ab 18:30 Uhr) im BORUSSEUM <\/b>statt. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist für alle teilnehmenden Fans kostenlos.<\/p>\n<p>Den Link zur <b>Anmeldung<\/b> findet ihr <a title=\"https://easy-feedback.de/umfrage/2109775/Sah1Jqp\" aria-label=\"https://easy-feedback.de/umfrage/2109775/Sah1Jqp\" href=\"https://easy-feedback.de/umfrage/2109775/Sah1Jqp\" target=\"_blank\">hier<\/a>. <b>Anmeldefrist ist Dienstag, der 5. Mai 2026, um 23:59 Uhr<\/b>.<i> <\/i>Ab sofort habt Ihr die Möglichkeit, euch für den Termin einzutragen.<\/p>\n<p>Die Kapazität der verfügbaren Plätze ist begrenzt, daher ist euer Platz <b>erst mit Eingang einer Zusage-E-Mail verbindlich<\/b> <b>bestätigt<\/b>. Sollten mehr Anmeldungen eingehen als Plätze vorhanden sein, entscheidet das Los.<\/p>\n<p>Alle weiteren Informationen erhaltet ihr im Falle einer Zusage per E-Mail. Wir werden uns ab dem 6.5.2026 mit einer Zu- oder Absage bei euch melden.<\/p>\n<p><b>Wir bitten euch, an der Veranstaltung bei einer entsprechenden Zusage auch teilzunehmen, damit der Platz nicht frei bleibt und andere interessierte Fans dadurch leer ausgehen. Solltet ihr kurzfristig nicht teilnehmen können, meldet euch bitte bei uns, sodass wir den Platz an eine andere Person vergeben können.<br>\n <br>\n <\/b><\/p>\n","title":"Text","multiValue":false,"value":"<p>Nur zehn Jahre liegen zwischen existenzieller Abstiegsangst und grenzenlosem Jubel über den Titel \u2013 und doch verbindet diese beiden Momente viel mehr, als es auf den ersten Blick scheint. Sie erzählen von Rückschlägen und Neuanfängen, von Leidenschaft, Treue und der außergewöhnlichen Kraft, die Borussia Dortmund ausmacht.<\/p>\n<p>Moderator Christoph Bökamp führt durch den Abend und nimmt dich mit auf eine Zeitreise, die nicht nur Fakten erzählt, sondern Emotionen wieder aufleben lässt. 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Dieser findet seit über 20 Jahren zum Gedenken an den ehemaligen Platzwart des BVB und Widerstandskämpfer gegen die Nationalsozialisten, Heinrich Czerkus, statt. Organisiert wird der Lauf von den Naturfreunden Kreuzviertel, dem Heinrich Czerkus Fanclub, dem Fan-Projekt und dem BVB. An diesem, zum Glück trockenen, Freitag fanden sich erfreulich viele Bürger*innen und Fans ein. Gegen 12 Uhr begann die Veranstaltung auf dem Vorplatz des Stadion Rote Erde. Verschiedene Organisationen und Gruppierungen wie der Zweitzeugen e.V. oder die Antirassistische Faninitiative Ballspiel.vereint! hatten Stände aufgebaut und sprachen mit den Teilnehmenden über ihre Arbeit. Für das leibliche Wohl war wie immer mit einem riesigen Kuchenbuffet gesorgt. Um 13 Uhr ging es dann für die Wandergruppe los, während um 13:30 erst die Walker*innen und um 14 Uhr die Jogger*innen und Fahrradfahrer*innen folgten. Von der Roten Erde ging es wie immer zum Mahnmal in der Bittermark. Dort fand die Gedenkveranstaltung und die Kranzniederlegung für die etwa 300 ermordeten Zwangsarbeiter*innen und Gegner*innen des Nationalsozialismus statt, zu denen auch Czerkus gehörte. Dieser Tag liegt und besonders am Herzen, hält er doch das Andenken an einen der wichtigsten und charakterstärksten Borussen unserer Geschichte am Leben. Nach diesem erfolgreichen und wie immer bewegenden Karfreitag ging es am nächsten Tag direkt weiter.<\/p>\n<p>Am 4. April ging es mit unserem Sonderzug nach Stuttgart. Dieser rollte gegen 11 Uhr in Dortmund ein und fuhr dann mit etwa 880 gut gelaunten Boruss*innen Richtung Schwaben. Nachdem sich alle in ihren Abteilen eingerichtet hatten und die ersten Kaltgetränke aufgemacht wurden, füllte sich auch das Sambaabteil im Rekordtempo! Auf dem Weg zum Sambaabteil durch die Waggons konnte man aus den verschiedenen Abteilen durchweg positive Stimmung und die Vorfreude auf das später ja auch noch anstehende Spiel wahrnehmen. Die Hinfahrt bis zum Bahnhof Untertürkheim verlief völlig reibungslos und verging dank des DJs im Sambawagen wie im Flug. <\/p>\n<p><img src=\"/content/dam/fanabteilung/de/news/foerderabteilung/2026/04/29/april-r-ckblick/Sonderzug.jpg\" data-assetref=\"Sonderzug-1777460150868\"> <\/p>\n<p>Angekommen in Untertürkheim ging es für die Mitfahrenden zu Fuß zum Stadion. Zu den ersten 89 Minuten des Spiels gibt es wenig zu sagen. Das war doch wahrscheinlich eines der langweiligsten und ereignisärmsten Spiele dieser Saison. Das alles spielte aber keine Rolle mehr, nachdem Adeyemi den Ball in der 94. Minute eiskalt in die rechte Ecke schob! Als dann 2 Minuten später Brandt den Ball in den Giebel setzte, war im Gästeblock Party angesagt. Ein etwas schmeichelhafter oder sogar unverdienter Sieg tut gegen Stuttgart nochmal besonders gut! Die Vorzeichen für eine perfekte Rückfahrt waren also gesetzt. Diese erwies sich dann auch als genauso erfolgreich und stimmungsvoll wie die Hinfahrt. Ohne große Komplikationen erreichten wir in den späten Abendstunden wieder Dortmund. An dieser Stelle nochmal vielen Dank an alle Ordner*innen, Organisator*innen und auch alle Fans, die dabei waren. Eine rundum gelungene Tour!<\/p>\n","title":"Text","multiValue":false,"value":"<p>Den Start machte am Karfreitag der jährlich stattfindende Heinrich Czerkus Lauf. Dieser findet seit über 20 Jahren zum Gedenken an den ehemaligen Platzwart des BVB und Widerstandskämpfer gegen die Nationalsozialisten, Heinrich Czerkus, statt. Organisiert wird der Lauf von den Naturfreunden Kreuzviertel, dem Heinrich Czerkus Fanclub, dem Fan-Projekt und dem BVB. An diesem, zum Glück trockenen, Freitag fanden sich erfreulich viele Bürger*innen und Fans ein. Gegen 12 Uhr begann die Veranstaltung auf dem Vorplatz des Stadion Rote Erde. 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April 1956 in Prag geboren, wird also heute runde 70 Jahre alt.<\/p>\n<p>Während des \u201cPrager Frühlings\u201d verließ die Familie 1968 ihre Heimat, kam zunächst nach Deutschland und ging dann für eine kurze Zeit nach Australien. Nach der Rückkehr wurde man in Witten heimisch; die Brüder Mirko und Joschi kickten beim dortigen Vfl.<\/p>\n<p>Heinz Keppmann, der A-Jugend-Trainer des BVB, wurde auf die veranlagten Jungs aufmerksam und holte sie 1973 zur Borussia.<\/p>\n<p>Keppmann setzte alle erdenklichen Hebel in Bewegung, um die staatenlosen Votavas einzubürgern, was 1978 auch gelang. Damit stand Mirko Votava auch eine Karriere in der Deutschen Nationalmannschaft offen.<\/p>\n<p>Rasch fasste er in der 1. Mannschaft von Borussia Dortmund Fuß und wurde eine feste Größe in den Planungen seiner Trainer Otto Knefler, Horst Buhtz, Otto Rehhagel, Karl-Heinz Rühl, Branko Zebec und Udo Lattek. Sein wichtigster Erfolg beim BVB war der Wiederaufstieg in die Bundesliga 1976. Für die Borussia bestritt er 189 Bundesligaspiele, in denen er 25 Tore erzielte.<\/p>\n<p>Auch in mehreren Länderspielen kam er zum Einatz. Darunter befindet sich das letzte Gruppenspiel im Rahmen der Europameisterschaft 1980 am 17. 6. 1980 in Turin gegen Griechenland, das untentschieden 0:0 endete. Der 2:1-Sieg im Endspiel gegen Belgien wenige Tage später machte den DFB und damit auch Mirko Votava zum ersten \u201ceingesetzten\u201d BVB-Europameister.<\/p>\n<p>Die Karriere von Mirko Votava im schwarz-gelben Dress endete 1982. Der Mittelfeldspieler wurde Borussias erster (lukrativer) Spanien-Transfer und Atletico Madrid sein neuer Arbeitgeber, mit dem er den spanischen Fußballpokal errang. 1985 zog es ihn in die Bundesliga zurück. Er folgte seinem früheren BVB-Trainer Otto Rehhagel und ging zu Werder Bremen. Dort feierte er herausragende nationale und internationale Erfolge und wurde mit Werder Bremen 1988 und 1993 Deutscher Fußballmeister, 1991 und 1994 DFB-Pokalsieger sowie 1992 Europacupsieger der Pokalsieger.<\/p>\n<p>Als er 41-jährig 1997 als Bremens Mannschaftskapitän seine Karriere beendete, konnte er auf 546 Meisterschaftsspiele in der Bundesliga zurückschauen. Damit er in der bisherigen \u201cEinsatzrangliste\u201d die Nr. 5. Nicht schlecht!<\/p>\n<p>Mirko Votava war kein Filigrantechniker, sondern ein Rackerer, ein Dauerläufer, ein bienenfleißiger Arbeiter und ein Mann mit einem großen taktischen Verständnis, das ihn für seine Mannschaften BVB, Atletico Madrid und Werder Bremen praktisch unverzichtbar machte.<\/p>\n<p>Nach seiner aktiven Karriere wurde Votava Trainer.<\/p>\n<p>Zuletzt sah ich ihn im Mai 2024 in Dortmund. Er war gemeinsam mit Erdal Keser, Edin Tersic und Theao Schneider Ehrengast bei der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an seinen ehemaligen Förderer und A-Jugendtrainer Heinz Keppmann, zu dem er bis zu dessen Tod freundschaftliche Beziehungen unterhielt.<\/p>\n<p>Mirko Votava war immer eine sportliches und \u2013 besonders wichtig \u2013 ein menschliches Vorbild. Deshalb gratulieren wir ihm auch ganz besonders herzlich zu seinem heutigen \u201crunden\u201d Geburtstag!<\/p>\n","title":"Text","multiValue":false,"value":"<p>Miroslav, kurz \u201cMirko\u201d Votava wurde am 25. April 1956 in Prag geboren, wird also heute runde 70 Jahre alt.<\/p>\n<p>Während des \u201cPrager Frühlings\u201d verließ die Familie 1968 ihre Heimat, kam zunächst nach Deutschland und ging dann für eine kurze Zeit nach Australien. 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Dort feierte er herausragende nationale und internationale Erfolge und wurde mit Werder Bremen 1988 und 1993 Deutscher Fußballmeister, 1991 und 1994 DFB-Pokalsieger sowie 1992 Europacupsieger der Pokalsieger.<\/p>\n<p>Als er 41-jährig 1997 als Bremens Mannschaftskapitän seine Karriere beendete, konnte er auf 546 Meisterschaftsspiele in der Bundesliga zurückschauen. Damit er in der bisherigen \u201cEinsatzrangliste\u201d die Nr. 5. Nicht schlecht!<\/p>\n<p>Mirko Votava war kein Filigrantechniker, sondern ein Rackerer, ein Dauerläufer, ein bienenfleißiger Arbeiter und ein Mann mit einem großen taktischen Verständnis, das ihn für seine Mannschaften BVB, Atletico Madrid und Werder Bremen praktisch unverzichtbar machte.<\/p>\n<p>Nach seiner aktiven Karriere wurde Votava Trainer.<\/p>\n<p>Zuletzt sah ich ihn im Mai 2024 in Dortmund. Er war gemeinsam mit Erdal Keser, Edin Tersic und Theao Schneider Ehrengast bei der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an seinen ehemaligen Förderer und A-Jugendtrainer Heinz Keppmann, zu dem er bis zu dessen Tod freundschaftliche Beziehungen unterhielt.<\/p>\n<p>Mirko Votava war immer eine sportliches und \u2013 besonders wichtig \u2013 ein menschliches Vorbild. Deshalb gratulieren wir ihm auch ganz besonders herzlich zu seinem heutigen \u201crunden\u201d Geburtstag!<\/p>\n","exportedType":"text/html"},"id":"editable-29505b0887","prio":{"multiLine":false,"dataType":"boolean","name":"prio","title":"Prio (Clubplatform)","multiValue":false,"value":false,"exportedType":"boolean"},"headline":{"multiLine":false,"dataType":"string","name":"headline","title":"Headline","multiValue":false,"value":"25. 4. 2026: Mirko Votava wird 70!","exportedType":"text/plain"},"author":{"multiLine":false,"dataType":"string","name":"author","title":"Author","multiValue":false,"exportedType":"text/plain"},"teaserType":"relatedContent","match":{"multiLine":true,"dataType":"content-fragment","name":"match","title":"Related Match","multiValue":false,"exportedType":"text/plain"},"externalId":{"multiLine":false,"dataType":"string","name":"externalId","title":"External ID (Clubplatform)","multiValue":false,"exportedType":"text/plain"},"displayOnHome":{"multiLine":false,"dataType":"boolean","name":"displayOnHome","title":"Display in news wall on homepage","multiValue":false,"value":true,"exportedType":"boolean"},"url":{"multiLine":false,"dataType":"string","name":"url","title":"Vanity URL (LEAVE EMPTY FOR AUTOMATIC VANITY URL. 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Kaplan wurde.\u201c<\/p>\n<p>Mit diesen recht dürren Formulierungen berichtet die Kirchenchronik der Dreifaltigkeitskirche von einer internen Personalie, die gut drei Jahre später eine nicht zu unterschätzende Bedeutung für die Gründung des Ballspielvereins Borussia 09 Dortmund bekommen würde.<\/p>\n<p> <\/p>\n","xdm:linkURL":"https://fanabteilung.bvb.de/de/de/news/news.html/2026/4/22/23-04-1906-Kaplan-Hubert-Dewald-kommt-als-Seelsorger-nach-Dortmund.html","@type":"/apps/bvbweb/components/newssliderelements/editable","dc:title":"23. 04. 1906 Kaplan Hubert Dewald kommt als Seelsorger nach Dortmund","repo:modifyDate":"2026-04-23T08:30:00Z"}},"displayTag":{"multiLine":false,"dataType":"string","name":"displayTag","title":"Display Department","multiValue":true,"value":[""],"exportedType":"text/plain"},"metadescription":{"multiLine":false,"dataType":"string","name":"metadescription","title":"Meta Description","multiValue":false,"exportedType":"text/plain"},"linkTarget":"_self","link":"https://fanabteilung.bvb.de/de/de/news/news.html/2026/4/22/23-04-1906-Kaplan-Hubert-Dewald-kommt-als-Seelsorger-nach-Dortmund.html","stageImages":{"multiLine":false,"dataType":"string","name":"stageImages","title":"Image (Stage Image)","multiValue":true,"value":["/content/dam/fanabteilung/de/news/foerderabteilung/2026/04/22/kaplan-dewald/1.jpg"],"exportedType":"text/plain"},"experience":{"multiLine":true,"dataType":"string","name":"experience","title":"Experience Fragment","multiValue":false,"exportedType":"text/plain"},"appExport":{"multiLine":false,"dataType":"boolean","name":"appExport","title":"App Export (Clubplatform)","multiValue":false,"value":false,"exportedType":"boolean"},"showDate":{"multiLine":false,"dataType":"calendar","name":"showDate","title":"Show Date and Time (CET)","multiValue":false,"value":"23.04.26 08:30 Z","exportedType":"calendar"},"teaserText":{"multiLine":true,"dataType":"string","name":"teaserText","html":"<p>\u201eEine weitere Änderung in der Seelsorge trat Ostern 1906 dadurch ein, daß Kaplan Pott zum Vikar in Hordel ernannt wurde, Kaplan Klens zum 1. und der Seminarpriester Hubert Dewald aus Wanne zum 23. 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Danach studierte er Theologie in Paderborn und in Freiburg. Am 6. April 1906 erlebte der 23-jährige Hubert Dewald im Hohen Dom zu Paderborn mit der Priesterweihe seinen bis dato größten Tag. Nur gut zwei Wochen später kam er als 3. Kaplan unter Pfarrer Klemens Cloidt zur Dreifaltigkeitskirche. Auf den jungen, ausgesprochen intellektuellen Geistlichen wartete mit der Leitung der Jünglings-Sodalität eine spannende und sehr umfangreiche Aufgabe, gekennzeichnet von aufopferungsvoller Seelsorge und dem Willen, die Gemeindeschäfchen aus vieler Herren Länder in die Pfarrei zu integrieren und ihnen damit Halt und Charakter für den künftigen Lebensweg zu geben.<\/p>\n<p><img src=\"/content/dam/fanabteilung/de/news/foerderabteilung/2026/04/22/kaplan-dewald/jpg\" data-assetref=\"jpg-1776844287193\"><\/p>\n<p>Hubert Dewald wird im \u201eWestfälischen Volksblatt\u201c wie folgt charakterisiert:<\/p>\n<p>\u201eTiefe Frömmigkeit, ideale Berufsauffassung und hervorragende Begabung zeichneten ihn aus. Großes leistete er auf dem Gebiete der Jugendpflege als Präses und Bezirkspräses in den Jünglingssodalitäten der Stadt Dortmund. Nicht weniger liebevoll und eifrig war er bei den Kleinen in der Schule.\u201c<\/p>\n<p>Sein Aufgabenfeld in der Sodalität umfasste die Seelsorge für Kinder, Jugendliche und Familien mit der Unterweisung im Glauben und der Einbindung in die Pfarrei.<\/p>\n<p>Der engagierte Kaplan hatte eherne Glaubensprinzipien, die er auch in mehreren Publikationen zum Ausdruck brachte.<\/p>\n<p><img src=\"/content/dam/fanabteilung/de/news/foerderabteilung/2026/04/22/kaplan-dewald/(4).jpg\" data-assetref=\"(4)-1776844729287\"><\/p>\n<p>Hubert Dewald war ein Kind seiner Zeit und der damaligen Lebensumstände. Bezogen auf den \u201eFußball\u201c vertrat er eine Meinung, die von vielen bürgerlichen Kreisen, besonders von den Turnern, geteilt wurde: Fußball kommt aus England und ist deshalb als \u201eenglische Krankheit\u201c und \u201eundeutsch\u201c abzulehnen. Der Begriff der \u201eFußlümmelei\u201c machte die Runde und: \u201eMan tritt einen räudigen Hund mit dem Fuß, aber niemals ein Sportgerät\u201c.<\/p>\n<p>Das Buch \u201eSport und Körperpflege\u201c aus dem Geburtsjahr des BVB formuliert es wie folgt:<\/p>\n<p>\u201cTrotz alledem muss gewissenhaft registriert werden, dass das Fußballspiel Feinde hat, wie kaum ein anderer Sport. Es führt zu Raufszenen und verroht die Jugend, es ist reiner Muskelsport und bedingt keinerlei geistige Inanspruchnahme, die Beine<\/p>\n<p>werden das Zentrum des Körpers, alles andere ist Nebensache, die Arme sind überflüssige Anhängsel, das Haupt gerade gut genug, einen Ball zu \u201cköpfen\u201d, und der Fußballchampion ist der Typus der vom Sport verschuldeten Degeneration.\u201d<\/p>\n<p>Mit dieser Haltung kam Kaplan Hubert Dewald in die Flurstraße zur Dreifaltigkeits-Gemeinde und widmete sich den jungen Sodalen, zu denen Franz Jacobi, Heinrich Unger und ihre Freunde gehören. Zu diesem Zeitpunkt landete bekanntlich aber auch der englische Lederball des Reinhold Richter am Borsigplatz. Auf dem städtische Gelände mit dem schönen Namen \u201eWeiße Wiese\u201c gingen die Jungs von Stund an leidenschaftlich ihrem neuen Hobby nach.<\/p>\n<p>Der Bauer Wübbecke, dessen Sohn ebenfalls dem runden Leder nachjagte, stellte ihnen seine Scheunen für die Aufbewahrung der Pfosten und Latten zur Verfügung stellt. Diese mussten unsere BVB-Pioniere damals an jedem Trainings- und Spieltag bis zur \u201eWeißen Wiese\u201c und zurück schleppen.<\/p>\n<p>Hubert Dewald sah im Fußball nach wie vor einen rohen und unpädagogischen Sport und bekämpfte ihn deshalb mit lauteren, teilweise aber auch mit unlauteren Mitteln. Ab und zu wurde mal ein Pfosten oder eine Latte aus den Wübbecke-Scheunen stibitzt. Öffentliche Schelten für die Rädelsführer der \u201eFußlümmelei\u201c wurden zur Regel. Die Jacobi und Co. wurden denunziert und angeschwärzt.<\/p>\n<p>Im Herbst des Jahres 1909 spitzte sich die Situation weiter zu und gipfelte in der Predigt Dewalds zum 4. Advent am 19. Dezember 1909, in der der Kaplan die sonntägliche Nachmittagsandacht um 14 Uhr als Pflichtveranstaltung für den Gemeindenachwuchs ausrief. Damit wollte er die Jungs packen, wusste er doch, dass genau zu diesem Zeitpunkt das sonntägliche Fußballspiel auf der \u201eWeißen Wiese\u201c begann.<\/p>\n<p><img src=\"/content/dam/fanabteilung/de/news/foerderabteilung/2026/04/22/kaplan-dewald/5.jpg\" data-assetref=\"5-1776845106632\"><\/p>\n<p>Das war ernst zu nehmen, hatte Dewald seine Gedanken zum Sonntag doch in einem viel beachteten Buch in die Worte gekleidet:<\/p>\n<p>\u201eDer Sonntag gehört Gott dem Herrn.<\/p>\n<p>Er wirft seinen warmen Schein vor allem ins Familienleben.<\/p>\n<p>Er führt Eltern und Kinder zusammen.<\/p>\n<p>Der Sonntag gibt uns auch Zeit, die Liebespflichten gegen andere zu erfüllen, Kranke zu besuchen, Betrübte zu trösten, die Gräber der verstorbenen Angehörigen aufzusuchen.<\/p>\n<p>Er vergönnt uns stille Stunden geistiger Beschäftigung mit guten Büchern und wohltuender Erfrischung im Gebet.<\/p>\n<p>Gott der Herr bietet uns am Sonntag reiche Seelenfreuden aus den reinsten Quellen des Glaubens, der Familie, der Freundschaft, der Natur.<\/p>\n<p>Wer daraus schöpft, wird niemals die seichten Vergnügungen der anderen begehren.<\/p>\n<p>Ihm wird der Tag zum Segen und zum Lob für Leib und Seele werden.\u201c<\/p>\n<p>Fußball dürfte in seinen Augen zu den \u201eseichten Vergnügungen\u201c des Sonntags gehört haben, die er nicht akzeptieren konnte und wollte.<\/p>\n<p>Nach der Morgenmesse, im Hause der Jacobis in der Wambeler Straße 12, schmiedeten die Kicker \u201erevolutionäre\u201c Pläne. Reinhold Richter stieß zu ihnen und setzte ihnen den Floh einer eigenen Vereinsgründung ins Ohr. Mit ihren Freunden verabredeten sich die Sodalen für den Abend im Wildschütz, wo sich etwa 50 \u201eRebellen\u201c um 19.00 Uhr im Spiegelsaal einfanden und von Franz Jacobi und Heinrich auf die Trennung von der Jünglingssodalität eingestimmt wurden.<\/p>\n<p>Als Dewald Wind von der Versammlung bekam, machte er sich mit wehenden Rockschößen auf, das kirchenspalterische Treiben zu unterbinden. Wie Franz Jacobi später erzählte, lief der Kaplan dabei in einen präzisen Uppercut. Es folgte Dewalds Treppensturz und die Erkenntnis, dass er an diesem Abend als \u201eGesprächspartner\u201c der \u201ejungen Wilden\u201c nicht gefragt war.<\/p>\n<p>Danach gründeten die verbliebenen 18 Jung-Sodalen den Ballspielverein Borussia 09 Dortmund und wählten Heinrich Unger zum ersten BVB-Präsidenten. Bei der Namensfindung stand übrigens die \u201eBorussia-Brauerei\u201c Pate, wie Franz Jacobi später gern erzählte.<\/p>\n<p>Zum besseren Verständnis: Die Rebellen um Franz Jacobi sind aus der Jünglingssodalität ausgetreten, nicht aber aus der Dreifaltigkeitsgemeinde. Darin blieben die jungen und gläubigen Katholiken selbstverständlich weiter Mitglied.<\/p>\n<p>Dewald war verbittert und gekränkt, besuchte in den folgenden Wochen und Monaten die Eltern der Rebellen und brachte es fertig, dass einige von ihnen zur Sodalität zurückkehrten. So zählte der junge Verein Ende 1910 nur noch zehn Mitglieder. Das war existenzbedrohend. Nach dem ersten offiziellen Spiel im Januar 1911 hängte man einige Fotos davon an die Kirchentür. Damit sollte stolz dokumentiert werden, dass man es trotz aller Restriktionen seitens der Kirche geschafft hatte. Kurze Zeit später schlossen sich mehrere \u201ewilde Vereine\u201c mit den schönen Namen \u201eBritannia\u201c, \u201eRhenania\u201c und \u201eDeutsche Flagge\u201c dem BVB an und füllten die gelichteten Reihen auf. Der BVB konnte in eine gesicherte Zukunft durchstarten.<\/p>\n<p>Der Bruch mit Dewald und der Jünglingssodalität hielt nach einer beiderseitigen Schmollzeit nicht lange an. Man arrangierte sich pragmatisch und arbeitete zum Wohle des Borsigplatzes wieder zusammen.<\/p>\n<p>Kaplan Hubert Dewald ist fraglos eine zentrale Figur im Zusammenhang mit der Gründung des BVB. Ohne seine negative Haltung dem Fußball und seinen \u201eDreifaltigkeitss-Kickern\u201c gegenüber wäre Borussia Dortmund nie gegründet worden, hätte es für eine Trennung von der Jünglingssodalität keinerlei Grund gegeben. Auf der anderen Seite sollte aber nicht verkannt werden, dass es Dewald war, der die Sodalen in dem Geiste erzogen hatte, sich nicht wegzuducken, aufrecht und mutig durchs Leben zu gehen und stets zur eigenen Meinung zu stehen. Dank also dem unfreiwilligen \u201eVereinsgründer\u201c.<\/p>\n<p>Nach elf Jahren in Dortmund sagte Hubert Dewald der Dreifaltigkeits-Gemeinde \u201eade\u201c und wurde Vikar in Anröchte. Hier starb er nach einer kurzen, schweren Erkrankung (wahrscheinlich an der Spanischen Grippe, einer Pandemie ähnlich Corona, die Tausende dahinraffte), am 15. Oktober 1917, gerade einmal 36 Jahre alt. Zu seiner Beisetzung auf dem Friedhof der Liebfrauenkirche in Gelsenkirchen (!) entsandte die Dreifaltigkeitskirche eine Delegation ehemaliger Zöglinge Dewalds, um ihm die letzte Ehre zu erweisen.<\/p>\n<p><img src=\"/content/dam/fanabteilung/de/news/foerderabteilung/2026/04/22/kaplan-dewald/50.jpg\" data-assetref=\"50-1776846225403\"><\/p>\n<p>Die Dortmunder \u201eTremonia\u201c, heute \u201eRuhrnachrichten\u201c, schrieb in ihrem Nachruf:<\/p>\n<p>\u201eSeine Gedankentiefe in allem, was er gesprochen in Predigt, Katechese und Vortrag und was er geschrieben, war geradezu hervorragend.\u201c<\/p>\n<p><img src=\"/content/dam/fanabteilung/de/news/foerderabteilung/2026/04/22/kaplan-dewald/7.jpg\" data-assetref=\"7-1776846632382\"> <\/p>\n","title":"Text","multiValue":false,"value":"<p>Hubert Dewald wurde am 15. November 1882 als Sohn eines Lokomotivführers in Wanne geboren. Der gute Schüler und fromme Katholik besuchte nach der Volksschule das Petrinum-Gymnasium in Recklinghausen und machte dort sein Abitur. Danach studierte er Theologie in Paderborn und in Freiburg. Am 6. April 1906 erlebte der 23-jährige Hubert Dewald im Hohen Dom zu Paderborn mit der Priesterweihe seinen bis dato größten Tag. Nur gut zwei Wochen später kam er als 3. Kaplan unter Pfarrer Klemens Cloidt zur Dreifaltigkeitskirche. Auf den jungen, ausgesprochen intellektuellen Geistlichen wartete mit der Leitung der Jünglings-Sodalität eine spannende und sehr umfangreiche Aufgabe, gekennzeichnet von aufopferungsvoller Seelsorge und dem Willen, die Gemeindeschäfchen aus vieler Herren Länder in die Pfarrei zu integrieren und ihnen damit Halt und Charakter für den künftigen Lebensweg zu geben.<\/p>\n<p><img src=\"/content/dam/fanabteilung/de/news/foerderabteilung/2026/04/22/kaplan-dewald/jpg\" data-assetref=\"jpg-1776844287193\"><\/p>\n<p>Hubert Dewald wird im \u201eWestfälischen Volksblatt\u201c wie folgt charakterisiert:<\/p>\n<p>\u201eTiefe Frömmigkeit, ideale Berufsauffassung und hervorragende Begabung zeichneten ihn aus. Großes leistete er auf dem Gebiete der Jugendpflege als Präses und Bezirkspräses in den Jünglingssodalitäten der Stadt Dortmund. Nicht weniger liebevoll und eifrig war er bei den Kleinen in der Schule.\u201c<\/p>\n<p>Sein Aufgabenfeld in der Sodalität umfasste die Seelsorge für Kinder, Jugendliche und Familien mit der Unterweisung im Glauben und der Einbindung in die Pfarrei.<\/p>\n<p>Der engagierte Kaplan hatte eherne Glaubensprinzipien, die er auch in mehreren Publikationen zum Ausdruck brachte.<\/p>\n<p><img src=\"/content/dam/fanabteilung/de/news/foerderabteilung/2026/04/22/kaplan-dewald/(4).jpg\" data-assetref=\"(4)-1776844729287\"><\/p>\n<p>Hubert Dewald war ein Kind seiner Zeit und der damaligen Lebensumstände. Bezogen auf den \u201eFußball\u201c vertrat er eine Meinung, die von vielen bürgerlichen Kreisen, besonders von den Turnern, geteilt wurde: Fußball kommt aus England und ist deshalb als \u201eenglische Krankheit\u201c und \u201eundeutsch\u201c abzulehnen. Der Begriff der \u201eFußlümmelei\u201c machte die Runde und: \u201eMan tritt einen räudigen Hund mit dem Fuß, aber niemals ein Sportgerät\u201c.<\/p>\n<p>Das Buch \u201eSport und Körperpflege\u201c aus dem Geburtsjahr des BVB formuliert es wie folgt:<\/p>\n<p>\u201cTrotz alledem muss gewissenhaft registriert werden, dass das Fußballspiel Feinde hat, wie kaum ein anderer Sport. Es führt zu Raufszenen und verroht die Jugend, es ist reiner Muskelsport und bedingt keinerlei geistige Inanspruchnahme, die Beine<\/p>\n<p>werden das Zentrum des Körpers, alles andere ist Nebensache, die Arme sind überflüssige Anhängsel, das Haupt gerade gut genug, einen Ball zu \u201cköpfen\u201d, und der Fußballchampion ist der Typus der vom Sport verschuldeten Degeneration.\u201d<\/p>\n<p>Mit dieser Haltung kam Kaplan Hubert Dewald in die Flurstraße zur Dreifaltigkeits-Gemeinde und widmete sich den jungen Sodalen, zu denen Franz Jacobi, Heinrich Unger und ihre Freunde gehören. Zu diesem Zeitpunkt landete bekanntlich aber auch der englische Lederball des Reinhold Richter am Borsigplatz. Auf dem städtische Gelände mit dem schönen Namen \u201eWeiße Wiese\u201c gingen die Jungs von Stund an leidenschaftlich ihrem neuen Hobby nach.<\/p>\n<p>Der Bauer Wübbecke, dessen Sohn ebenfalls dem runden Leder nachjagte, stellte ihnen seine Scheunen für die Aufbewahrung der Pfosten und Latten zur Verfügung stellt. Diese mussten unsere BVB-Pioniere damals an jedem Trainings- und Spieltag bis zur \u201eWeißen Wiese\u201c und zurück schleppen.<\/p>\n<p>Hubert Dewald sah im Fußball nach wie vor einen rohen und unpädagogischen Sport und bekämpfte ihn deshalb mit lauteren, teilweise aber auch mit unlauteren Mitteln. Ab und zu wurde mal ein Pfosten oder eine Latte aus den Wübbecke-Scheunen stibitzt. Öffentliche Schelten für die Rädelsführer der \u201eFußlümmelei\u201c wurden zur Regel. 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Damit wollte er die Jungs packen, wusste er doch, dass genau zu diesem Zeitpunkt das sonntägliche Fußballspiel auf der \u201eWeißen Wiese\u201c begann.<\/p>\n<p><img src=\"/content/dam/fanabteilung/de/news/foerderabteilung/2026/04/22/kaplan-dewald/5.jpg\" data-assetref=\"5-1776845106632\"><\/p>\n<p>Das war ernst zu nehmen, hatte Dewald seine Gedanken zum Sonntag doch in einem viel beachteten Buch in die Worte gekleidet:<\/p>\n<p>\u201eDer Sonntag gehört Gott dem Herrn.<\/p>\n<p>Er wirft seinen warmen Schein vor allem ins Familienleben.<\/p>\n<p>Er führt Eltern und Kinder zusammen.<\/p>\n<p>Der Sonntag gibt uns auch Zeit, die Liebespflichten gegen andere zu erfüllen, Kranke zu besuchen, Betrübte zu trösten, die Gräber der verstorbenen Angehörigen aufzusuchen.<\/p>\n<p>Er vergönnt uns stille Stunden geistiger Beschäftigung mit guten Büchern und wohltuender Erfrischung im Gebet.<\/p>\n<p>Gott der Herr bietet uns am Sonntag reiche Seelenfreuden aus den reinsten Quellen des Glaubens, der Familie, der Freundschaft, der Natur.<\/p>\n<p>Wer daraus schöpft, wird niemals die seichten Vergnügungen der anderen begehren.<\/p>\n<p>Ihm wird der Tag zum Segen und zum Lob für Leib und Seele werden.\u201c<\/p>\n<p>Fußball dürfte in seinen Augen zu den \u201eseichten Vergnügungen\u201c des Sonntags gehört haben, die er nicht akzeptieren konnte und wollte.<\/p>\n<p>Nach der Morgenmesse, im Hause der Jacobis in der Wambeler Straße 12, schmiedeten die Kicker \u201erevolutionäre\u201c Pläne. Reinhold Richter stieß zu ihnen und setzte ihnen den Floh einer eigenen Vereinsgründung ins Ohr. Mit ihren Freunden verabredeten sich die Sodalen für den Abend im Wildschütz, wo sich etwa 50 \u201eRebellen\u201c um 19.00 Uhr im Spiegelsaal einfanden und von Franz Jacobi und Heinrich auf die Trennung von der Jünglingssodalität eingestimmt wurden.<\/p>\n<p>Als Dewald Wind von der Versammlung bekam, machte er sich mit wehenden Rockschößen auf, das kirchenspalterische Treiben zu unterbinden. Wie Franz Jacobi später erzählte, lief der Kaplan dabei in einen präzisen Uppercut. Es folgte Dewalds Treppensturz und die Erkenntnis, dass er an diesem Abend als \u201eGesprächspartner\u201c der \u201ejungen Wilden\u201c nicht gefragt war.<\/p>\n<p>Danach gründeten die verbliebenen 18 Jung-Sodalen den Ballspielverein Borussia 09 Dortmund und wählten Heinrich Unger zum ersten BVB-Präsidenten. Bei der Namensfindung stand übrigens die \u201eBorussia-Brauerei\u201c Pate, wie Franz Jacobi später gern erzählte.<\/p>\n<p>Zum besseren Verständnis: Die Rebellen um Franz Jacobi sind aus der Jünglingssodalität ausgetreten, nicht aber aus der Dreifaltigkeitsgemeinde. Darin blieben die jungen und gläubigen Katholiken selbstverständlich weiter Mitglied.<\/p>\n<p>Dewald war verbittert und gekränkt, besuchte in den folgenden Wochen und Monaten die Eltern der Rebellen und brachte es fertig, dass einige von ihnen zur Sodalität zurückkehrten. So zählte der junge Verein Ende 1910 nur noch zehn Mitglieder. Das war existenzbedrohend. Nach dem ersten offiziellen Spiel im Januar 1911 hängte man einige Fotos davon an die Kirchentür. Damit sollte stolz dokumentiert werden, dass man es trotz aller Restriktionen seitens der Kirche geschafft hatte. Kurze Zeit später schlossen sich mehrere \u201ewilde Vereine\u201c mit den schönen Namen \u201eBritannia\u201c, \u201eRhenania\u201c und \u201eDeutsche Flagge\u201c dem BVB an und füllten die gelichteten Reihen auf. Der BVB konnte in eine gesicherte Zukunft durchstarten.<\/p>\n<p>Der Bruch mit Dewald und der Jünglingssodalität hielt nach einer beiderseitigen Schmollzeit nicht lange an. Man arrangierte sich pragmatisch und arbeitete zum Wohle des Borsigplatzes wieder zusammen.<\/p>\n<p>Kaplan Hubert Dewald ist fraglos eine zentrale Figur im Zusammenhang mit der Gründung des BVB. Ohne seine negative Haltung dem Fußball und seinen \u201eDreifaltigkeitss-Kickern\u201c gegenüber wäre Borussia Dortmund nie gegründet worden, hätte es für eine Trennung von der Jünglingssodalität keinerlei Grund gegeben. Auf der anderen Seite sollte aber nicht verkannt werden, dass es Dewald war, der die Sodalen in dem Geiste erzogen hatte, sich nicht wegzuducken, aufrecht und mutig durchs Leben zu gehen und stets zur eigenen Meinung zu stehen. Dank also dem unfreiwilligen \u201eVereinsgründer\u201c.<\/p>\n<p>Nach elf Jahren in Dortmund sagte Hubert Dewald der Dreifaltigkeits-Gemeinde \u201eade\u201c und wurde Vikar in Anröchte. Hier starb er nach einer kurzen, schweren Erkrankung (wahrscheinlich an der Spanischen Grippe, einer Pandemie ähnlich Corona, die Tausende dahinraffte), am 15. Oktober 1917, gerade einmal 36 Jahre alt. Zu seiner Beisetzung auf dem Friedhof der Liebfrauenkirche in Gelsenkirchen (!) entsandte die Dreifaltigkeitskirche eine Delegation ehemaliger Zöglinge Dewalds, um ihm die letzte Ehre zu erweisen.<\/p>\n<p><img src=\"/content/dam/fanabteilung/de/news/foerderabteilung/2026/04/22/kaplan-dewald/50.jpg\" data-assetref=\"50-1776846225403\"><\/p>\n<p>Die Dortmunder \u201eTremonia\u201c, heute \u201eRuhrnachrichten\u201c, schrieb in ihrem Nachruf:<\/p>\n<p>\u201eSeine Gedankentiefe in allem, was er gesprochen in Predigt, Katechese und Vortrag und was er geschrieben, war geradezu hervorragend.\u201c<\/p>\n<p><img src=\"/content/dam/fanabteilung/de/news/foerderabteilung/2026/04/22/kaplan-dewald/7.jpg\" data-assetref=\"7-1776846632382\"> <\/p>\n","exportedType":"text/html"},"id":"editable-957b61a87e","prio":{"multiLine":false,"dataType":"boolean","name":"prio","title":"Prio (Clubplatform)","multiValue":false,"value":false,"exportedType":"boolean"},"headline":{"multiLine":false,"dataType":"string","name":"headline","title":"Headline","multiValue":false,"value":"23. 04. 1906 Kaplan Hubert Dewald kommt als Seelsorger nach Dortmund","exportedType":"text/plain"},"author":{"multiLine":false,"dataType":"string","name":"author","title":"Author","multiValue":false,"exportedType":"text/plain"},"teaserType":"relatedContent","match":{"multiLine":true,"dataType":"content-fragment","name":"match","title":"Related Match","multiValue":false,"exportedType":"text/plain"},"externalId":{"multiLine":false,"dataType":"string","name":"externalId","title":"External ID (Clubplatform)","multiValue":false,"exportedType":"text/plain"},"displayOnHome":{"multiLine":false,"dataType":"boolean","name":"displayOnHome","title":"Display in news wall on homepage","multiValue":false,"value":true,"exportedType":"boolean"},"url":{"multiLine":false,"dataType":"string","name":"url","title":"Vanity URL (LEAVE EMPTY FOR AUTOMATIC VANITY URL. 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